Zickhusen : Radwegenetz wächst weiter

Große Freude  bei Stefan Anker, Leiter Straßenbauamt Schwerin, Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrs- und Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) und Landrätin Kerstin Weiss (SPD) (v.l.).
Große Freude bei Stefan Anker, Leiter Straßenbauamt Schwerin, Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrs- und Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) und Landrätin Kerstin Weiss (SPD) (v.l.).

Neuer Abschnitt an B 106 zwischen Schwerin und Wismar freigegeben. Endgültig soll der Bau 2020 abgeschlossen sein

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23. Juni 2018, 05:00 Uhr

Der Ausbau des Radwegenetzes in Westmecklenburg schreitet voran: Gestern wurde nach einjähriger Bauzeit ein weiteres Teilstück der Strecke entlang der B106 zwischen Schwerin und Wismar freigegeben. „Eigentlich wollten wir diesen Abschnitt bereits Ende vergangenen Jahres fertig haben. Aber der viele Regen hatte uns da einfach einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erklärt Tobias Bremer, Sachgebietsleiter Planung beim Straßenbauamt Schwerin auf SVZ-Nachfrage.

Unterspülungen und aufgeweichte Böden hätten es der bauausführenden Firma Strabag unmöglich gemacht, diesen Termin zu halten. 800 000 Euro hat der etwa 2,3 Kilometer lange Abschnitt zwischen dem nördlichen Ende von Niendorf und Groß Stieten gekostet – vorwiegend getragen vom Bund.

Um mit dem Rad gefahrlos und unbehelligt von den täglich bis zu 700 000 Fahrzeugen auf der Bundesstraße zwischen Landeshauptstadt und Hansestadt unterwegs sein zu können, bedarf es nur noch des Lückenschlusses zwischen Niendorf und Zickhusen. „Mit dem ersten Abschnitt haben wir bereits begonnen. Er reicht von Niendorf bis zum Abzweig Wendisch Rambow“, berichtet Stefan Anker, Leiter des Straßenbauamtes Schwerin. Der soll noch dieses Jahr fertig werden. Das andere Stück bis Zickhusen, mit Querung der Bahnstrecke Bad Kleinen - Grevesmühlen, bedeute dagegen deutlich mehr Aufwand, so Anker. Grund sei das per Gesetz vorgeschriebene Planfeststellungsverfahren. Bei der Bahn AG dauere das für gewöhnlich zwischen fünf und zehn Jahren. „Ich bin der Ansicht, dass man hier seitens des Bundes etwas ändern sollte. Da, wo bereits eine Straße eine Bahnstrecke quert und nur direkt daneben ein zweieinhalb Meter breiter Radweg angelegt wird, muss es doch möglich sein, ohne ein Planfeststellungsverfahren auszukommen“, fordert Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrs- und Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD). Zum Glück sei es in diesem Fall gelungen, dass das Straßenbauamt in Eigenregie das Planfeststellungsverfahren durchführt“. „So hoffen wir, dass der Bau des Radwegs zwischen Schwerin und Wismar Ende 2020 endgültig abgeschlossen ist“, gibt Anker einen Ausblick.

Auch andernorts schreitet der Radwegebau voran: So wird derzeit entlang der Landesstraße 102 zwischen dem Abzweig Wietow und Schimm der Grunderwerb vollzogen, zwischen Schimm und Jesendorf soll das ab kommendem Jahr erfolgen. Auch der letzte Abschnitt von Bad Kleinen zur B 106 ab der Ortslage Hoppenrade befindet sich in der Grunderwerbsphase. „In diesem Zusammenhang bedanke ich mich ausdrücklich bei den Grundstückseigentümern, die uns die benötigten Flächen zur Verfügung stellen“, so Minister Pegel.

Dass das nicht immer so reibungslos abläuft, zeigt das Beispiel des Radweges zwischen Dassow und Klütz entlang der L 01. Hier können zwei noch fehlende Abschnitte von 600 Metern bzw. 1,2 Kilometern nicht gebaut werden, weil sich der Eigentümer des Grundstücks weigert, Fläche abzugeben. „Der hat einen Verkehrsrechtsanwalt damit beauftragt, welcher uns eine 50-seitige Stellungnahme zugesandt hat“, erzählt Planer Bremer.

In welcher Reihenfolge die Radwege gebaut werden, bestimmt indes eine Priorisierungsliste, die von den Kreistagen der Landkreise beschlossen werden. Auf Nachfrage konnte und wollte Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD) daher keine Aussage treffen, wie es mit dem Bau des Radweges an der L 31 zwischen Ventschow und Warin bestellt ist. Dieser wird bereits seit Jahren massiv von den Anwohnern gefordert. „Ich weiß, was für ein heißes Eisen das ist. Entschieden wird das vom Bauausschuss des Kreistages. Ich weiß nur, dass es auf der Prioritätenliste nicht ganz oben steht“, so Landrätin Weiss. Die neue Liste soll im Oktober dieses Jahres das Gremium durchlaufen haben und dem Straßenbauamt vorliegen.

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