Dobin am See : Radtour durch den Matsch

Radtour um den Außensee: Saskia Fünder und Marko Schappler wundern sich über die Matschpiste bei Flessenow.
Radtour um den Außensee: Saskia Fünder und Marko Schappler wundern sich über die Matschpiste bei Flessenow.

Strecke um den Schweriner Außensee bei Flessenow in schlechtem Zustand. Tourismusverein sieht Landkreise in der Pflicht

von
05. September 2017, 12:00 Uhr

Saskia Fünder und Marko Schappler aus Winterfeld in der Altmark lieben Mecklenburg und erkunden die Seenlandschaft mit dem Rad. „Dieses Mal campen wir in Flessenow“, erzählt Marko Schappler. Tagestouren zwischen 20 und 25 Kilometern stehen auf dem Programm. „Wir kennen uns schon gut aus“, fügt Saskia Fünder hinzu. „Mit den Rädern kommen wir überall hin. Das Radwegenetz ist gut ausgebaut. Aber diese Strecke hier lässt zu wünschen übrig.“

Die Urlauber sind gerade dabei, den Außensee zu umrunden. Doch kurz hinter Flessenow wird aus dem gut befahrbaren Landweg in Richtung Hohen Viecheln eine Matschpiste. „Dieser Abschnitt ist seit Jahren unser Sorgenkind“, erzählt Brigitte Bullerjahn aus dem Tourismusbüro in Hohen Viecheln. „Die alte Bezirksgrenze ist immer noch zu spüren und ein Hemmnis für den Tourismus rund um den Schweriner See“, fügt Henry Marek an. Er ist Inhaber vom Ferienpark Retgendorf und Vorstandsmitglied im Tourismusverein Schweriner Seenland. Dieser hat gerade erst mit Gemeinden und Unternehmen das Projekt „Die Blaue Acht“ gestartet. Kernpunkt dabei: Die 33 Kilometer lange Runde um den Außensee und die nur geringfügig kürzere Strecke um den Innensee werden verknüpft und beworben. Die Blaue Acht soll zur Marke für die Region werden (SVZ berichtete). „Aber ausgerechnet an einer der schönsten Stellen haben wir das schlechteste Stück Radweg“, ärgert sich Bullerjahn. Denn diese Straße verbindet nicht einfach nur Flessenow und Hohen Viecheln: Der Weg führt zwischen Schweriner See und Döpe, vorbei am Mühlenberg, auf dem einst die slawische Burg Dobin stand. Wenn es nach Brigitte Bullerjahn geht, kommt hier auch ein Aussichtsturm hin, der dem Blick auf den Außensee und das Nebengewässer Döpe zulässt.

Wollen Touristen an die Schweriner Seen locken: Brigitte Bullerjahn und Henry Marek.
Werner Mett
Wollen Touristen an die Schweriner Seen locken: Brigitte Bullerjahn und Henry Marek.
 

Vorher müsse aber etwas an dem Weg passieren, der die einstige Bezirks- und heutige Kreisgrenze überschreitet. „Bei Regen können wir hier niemanden durch schicken“, erzählt die Frau aus dem Tourismusbüro. In diesem verregneten Sommer hagelte es Beschwerden. Bullerjahn: „Die Leute standen total verdreckt vor uns - waren sehr verärgert.“ Und Marek fügt hinzu: „Uns haben Gäste die ausgeliehenen Fahrräder dreckig vor die Tür gestellt.“

Jetzt im Spätsommer ist die Stecke zum Glück etwas abgetrocknet. Bullerjahn und Marek plädieren dafür, dass die beiden Landkreise die Straße aufheben und als Radweg herrichten. „Natürlich müssen Bauern, Fischer und Anwohner mit ihren Fahrzeugen durchkommen“, betont Marek. Er will dieses Thema auf die Tagesordnung setzen, wenn der Tourismusverein im Oktober nach Wiligrad einlädt, um über die Infrastruktur rund um den Schweriner See zu reden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen