Hart am Limit : Radrennen quer durch Amerika

Wollen an ihre Grenzen gehen: Michael Kruse, Dennis Kruse, Daniel Rackwitz und Stefan  Nimke trainieren bereits zusammen für das im Juni startende  Radrennen quer durch Amerika.
Wollen an ihre Grenzen gehen: Michael Kruse, Dennis Kruse, Daniel Rackwitz und Stefan Nimke trainieren bereits zusammen für das im Juni startende Radrennen quer durch Amerika.

Schweriner Quartett will beim härtesten Radsport-Wettkampf der Welt erstmals Mecklenburg-Vorpommern vertreten

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27. März 2014, 23:49 Uhr

Die Extremsportler Michael und Dennis Kruse sind für spektakuläre Sportaktion bekannt. Läufe durch Wüste, Bergwerke oder Eiskanäle sind da wie Ultra-Triathlons fast schon normal. Jetzt wollen sie eine ganz besondere Herausforderung annehmen: das Race Across America , kurz RAAM. Und damit nicht genug: Sie holen sich für das härteste Radrennen der Welt Unterstützung bei zwei erfolgreichen Radrennfahrern. Olympiasieger Stefan Nimke und Daniel Rackwitz treten ebenfalls für das „Team MV“ in die Pedalen, das erstmals beim Non-Stop-Rennen von der US-amerikanischen West- bis zur Ostküste teilnimmt.

Und das ist die Aufgabe für das Schweriner Quartett, das sich mit rund 1000 anderen Fahrern messen lassen muss: 4800 Kilometer in 14 Bundesstaaten der USA, mehr als 30 000 Höhenmeter, verteilt über vier Zeitzonen sind zu überwinden und insgesamt müssen sie vier Klimazonen durchfahren. Eine Pause gibt es für das Team nicht. Ein Sportler muss mindestens immer fahren. Die letzten 40 Kilometer bis zum Zielort Annapolis in der Nähe von Washington müssen alle vier fahren.

Nach dem Startschuss in Oceanside (Kalifornien) bleiben dem Team maximal 216 Stunden, also neun Tage, um alle 55 „CheckPoints“ zu passieren und das Ziel zu erreichen. „Unser Plan ist es jedoch, in weniger als fünf Tagen und 23 Stunden anzukommen und damit das Limit mit neuem Rekord zu unterbieten“, sagt Michael Kruse selbstbewusst. Das bedeutet, dass sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 30 Kilometer pro Stunde unterwegs sein müssen. Bremsende Hindernisse gibt es viele: die Rocky Mountains, die Wüsten des Mittleren Westens, die Appalachen. Das sind selbst für Extremsportler Extremherausforderungen. „Jeder Fahrer stößt dabei an seine physischen, emotionalen und psychischen Grenzen. Das ist uns bewusst“, sagt Kruse.

Dieses Rennen ist für sie nicht nur persönliche Herausforderung, sondern mit der Entscheidung, diese Mannschaft zu bilden, ist es das erste Mal überhaupt, dass ein Team, nur mit Fahrern aus Mecklenburg-Vorpommern, an dieser Großveranstaltung teilnimmt. MV-Welt-Premiere „über dem Teich“ sozusagen. Als erstes Team rein aus Mecklenburg-Vorpommern sind sie damit als Botschafter unserer Heimat in den USA unterwegs: zwei Rad-Leistungssportler und zwei Extremsportler.

Das RAAM wird über seine sportliche Bedeutung hinaus schon seit Jahren in den USA dazu genutzt, Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln. Während des RAAM 2010 wurden mehr als 1,7 Millionen US-Dollar durch die Teilnehmer gesammelt, welche Verbänden, Vereinen und Gruppierungen zu Gute kamen. Das Rennen inspiriert jeden, der mit ihm in Berührung kommt – angefangen bei den Rennfahrern bis hin zu den Sponsoren, sagen alle, die jemals dabei waren. Deshalb genießt das Extremrennen eine hohe Aufmerksamkeit und wird in den Fernsehsendern ABC Wide World of Sports, ESPN, Sports
Illustrated und anderen Medien dokumentiert. „Deshalb haben auch wir vor, die einzelnen Strecken-Abschnitte symbolisch an Spender zu ,verkaufen‘“, erklärt Kruse. Das Rennen ist in 54 Abschnitte eingeteilt, mit Längen von 25 bis 90 Meilen also 40 bis 140 Kilometer. „Wir haben vor, den Spendern Abschnitte im Wert von zehn Euro pro Meile zu widmen, der Betrag kann gerne auch höher sein. Sonstige Spenden jeglicher Art sind natürlich darüber hinaus ebenfalls gern gesehen.“

Insgesamt müssen die vier Schweriner nämlich auch 35 000 Euro Kosten decken – für sich und ihr sechsköpfiges Technik-Team. Einige Helfer gibt es schon. So ist das Landesmarketing mit an Bord – und damit die Werbe-Marke „MV tut gut“. Aber auch Sportminister Lorenz Caffier unterstützt die Aktion. Mit Rackwitz und Nimke fahren schließlich auch zwei Polizisten mit. Wer noch helfen möchte, dass das MV-Team in den USA durch sportliche Schlagzeilen Werbung für unsere Heimat macht, kann sich über die Homepage www.ironman-michael-kruse.de oder direkt in der SVZ-Lokalredaktion, Telefon 0385-63788157,
E-Mail schwerin@svz.de melden. Wir stellen den Förderer vor und den Kontakt her. Auch der NDR ist als Partner mit dabei. Es ist geplant, dass der NDR das Team in einem Livestream im Internet begleitet, so dass die Spender das Rennen und „ihren“ Streckenabschnitt verfolgen können. Auch SVZ wird natürlich aktuell vom Rennen berichten. Los geht das Race Across America am 14. Juni.

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