Schwerin : Radfahrer leben gefährlich

Hauptunfallursache in Schwerin ist unaufmerksames Verhalten. Davon wurden im vergangenen Jahr etwa 2300 Fälle gezählt.
Hauptunfallursache in Schwerin ist unaufmerksames Verhalten. Davon wurden im vergangenen Jahr etwa 2300 Fälle gezählt.

Polizei: Anzahl der Verkehrsunfälle mit Pedalrittern hat zwar leicht abgenommen, jedoch steigt die Zahl der Verletzten

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16. Mai 2018, 12:00 Uhr

Radfahrer leben in Schwerin gefährlich. Das weist die jüngste Unfallstatistik der Polizei aus. So hatten sich im vergangenen Jahr insgesamt 141 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Radfahrern ereignet, bei denen 106 von ihnen verletzt wurden. Das sind fast drei Viertel. Eine Frau kam sogar zu Tode. Das war eine ältere Dame, die im Winter mit ihrem Rad gestürzt war.

Ganz anders stellt sich die Situation dagegen bei den Kraftfahrern dar. Bei den 3254 Unfällen, die sich im Schweriner Stadtgebiet im vergangenen Jahr ereignet hatten, gab es 301 Verletzte, also nicht einmal zehn Prozent. „Jeder Unfall ist einer zu viel, aber erfreulicherweise können wir seit 2005 einen permanenten Rückgang der Zahl der Verkehrsunfälle in Schwerin verzeichnen“, fasst Lutz Müller, der Leiter der Polizeiinspektion, zusammen. „Und parallel zum Rückgang der Verkehrsunfallzahlen hat sich im gleichen Zeitraum auch die Anzahl der Verletzten deutlich reduziert.“

Damit steht die Landeshauptstadt im Vergleich zur Situation in den Umlandkreisen viel besser da. Was aus Sicht der Experten aber auch nicht verwunderlich ist. Denn eine der Hauptunfallursachen in den Kreisen Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg – unangepasste Geschwindigkeit – schlägt in Schwerin mit 81 Fällen kaum zu Buche.

Ganz anders dagegen sieht es mit Parkplatzunfällen aus. Deren Zahl ist in Schwerin zwar auch rückläufig, jedoch mit 663 immer noch erheblich. „Ursächlich waren das überwiegend Fehler beim Ein- und Ausparken“, erklärt der Schweriner Polizeichef. besorgniserregend dabei sei aber, dass sich fast jeder dritte Unfallverursacher unerlaubt vom Unfallort entfernt hatte. Leider würden noch immer einige Autofahrer leichte Berührungen in Parkhäusern oder auf Parkplätzen als Kavaliersdelikt ansehen, was aber nicht so sei. Auch das sei Unfallflucht. Etwa ein Drittel aller Unfallflüchtigen, das waren insgesamt 921, habe die Polizei aber im Nachgang ermitteln können.

Hauptunfallursache in Schwerin ist unaufmerksames Verhalten. Davon wurden im vergangenen Jahr etwa 2300 Fälle gezählt. Nicht unerheblich war dabei die Zahl der Ablenkungen durch Telefonieren oder Tippen mit dem Handy. Die Zahl der Verkehrsunfälle, die durch Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinwirkung verursacht wurden, lag mit 40 Fällen deutlich unter dem Vorjahresniveau, hatte jedoch auch einen tragischen Ausgang: Der zweite Schweriner Verkehrstote des Jahres 2017 war angetrunken in einer Tempo-30-Zone gegen ein Tor gerast.

Die Zahlen auf einen Blick

Verkehrsunfälle 2017

Schwerin insgesamt: 3254
Zahl der Verletzten: 301
Verkehrstote: 2
Unfälle mit Sachschaden: 2931
davon Parkplatzunfälle: 663
Unfälle mit Fahrerflucht: 921
davon aufgeklärt: 249

Unfallursachen:

Vorfahrtsfehler: 131
überhöhte Geschwindigkeit: 81
Alkohol und Drogen: 40
zu geringer Abstand: 74

Unfälle mit Radfahrern:

Insgesamt: 141
Radfahrer als Verursacher: 64 Verletzte: 106
Unfälle mit Pedelecs: 12
Verletzte: 8
Pedelecs als Verursacher: 3

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