Zu viele Unfälle : „Radfahrer haben auch Pflichten“

Schutzstreifen in der Robert-Beltz-Straße: SVZ-Testerin Liesa Krüger kommt damit gut klar, das Radfahrer hier ihre Fahrbahn im Bedarfsfall mit Autos teilen müssen.
Schutzstreifen in der Robert-Beltz-Straße: SVZ-Testerin Liesa Krüger kommt damit gut klar, das Radfahrer hier ihre Fahrbahn im Bedarfsfall mit Autos teilen müssen.

Polizei will Räder verstärkt auf Verkehrssicherheit kontrollieren / Schon jetzt mehr Unfälle mit Radfahrern als im gesamten Jahr 2013

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29. November 2014, 08:00 Uhr

57 Fahrrad-Unfälle zählte die Schweriner Polizei im vergangenen Jahr. In diesem Jahr sind es bereits mehr als 60. Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: Auf der Neumühler Straße kollidierte ein Bus mit zwei jungen Radfahrerinnen (wir berichteten).

„Einen Schwerpunkt können wir bei den Fahrrad-Unfällen nicht feststellen. Sie passieren stadtweit“, sagt Polizeisprecherin Jenny Schwabe. Ursache seien häufig das Nichtbeachten der Vorfahrt und Fehler beim Abbiegen oder Einfahren in den fließenden Verkehr. Die Schuld liege durchaus nicht immer nur bei den Autofahren, betont Schwabe. Zu Unfällen komme es auch, weil sich Radfahrer nicht an die Vorschriften hielten, zum Beispiel die falsche Wegseite nutzten, unachtsam seien, auf ihre Vorfahrt pochten oder eine unzureichende Beleuchtung am Drahtsesel hätten.

Bei Kontrollen in der Stadt will die Polizei verstärkt auf die Verkehrssicherheit der Fahrräder achten. Zugleich appelliert Sprecherin Schwabe an die Radler, einen schützenden Helm und helle, mit Reflektoren besetzte Kleidung anzuziehen. Außerdem sollten Radfahrer aus Sicht der Polizei unter anderen folgende Regeln besonders beherzigen:

• Auch für Fahrradfahrer gibt es eine Promillegrenze, nämlich von 1,6, und ein striktes Handy-Verbot.

• Kinder bis zu einem Alter von acht Jahren müssen mit ihrem Rad auf dem Gehweg fahren, wenn kein gesonderter Radweg vorhanden ist. Sie dürfen das bis zum Alter von zehn Jahren auch weiterhin tun, wenn es ihnen sicherer erscheint. Die begleitenden Eltern und generell jeder andere Radfahrer, der älter ist als zehn Jahre, darf das nicht.

• An Fußgängerampeln, an denen kein Radfahrersymbol aufleuchtet, müssen Fahrräder über die Fahrbahn geschoben werden.

Das Fazit von Polizeisprecherin Schwabe: „Radfahrer werden noch immer viel zu häufig Opfer von Unfällen, haben aber eben als vollwertige Verkehrsteilnehmer auch Pflichten.“



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