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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. September 2017 | 17:32 Uhr

Schwerin : Radfahrer bekommen Parkplätze

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Pedalritter klagen über zu wenig Abstellmöglichkeiten in der Innenstadt – Verkehrsmanagement will für Entspannung sorgen

von
erstellt am 28.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Unmengen von abgestellten Fahrrädern in der Schweriner Innenstadt verkünden: Sommerzeit ist Radfahrzeit. Doch die erfreuliche Zunahme der umwelt- und gesundheitsbewussten Fortbewegungsweise hat auch eine Schattenseite: Überall werden Drahtesel abgestellt, blockieren teilweise sogar die Fußwege. Kein Wunder, sagen die Radfahrer. Es gibt viel zu wenig Fahrradparkplätze in Schwerin. Vor allem im Zentrum herrsche ein Parkplatz-Notstand für Drahtesel.

Die Stadtverwaltung kennt das Problem und die Sorgen der Radfahrer, versichert Bernd-Rolf Smerdka, Fachbereichsleiter Verkehr. Doch aus der begrenzten Zahl von Abstellmöglichkeiten im Zentrum werde schnell ein pauschales Urteil gefasst, das so nicht stimme. „Wir haben deshalb alle stationären Abstellanlagen für Fahrräder in der Innenstadt erfasst. Und das sind nicht wenige. Allein in der Altstadt gibt es 734 Abstellmöglichkeiten, in der Feldstadt sind es 157, in der Paulsstadt 384 und in der Schelfstadt gibt es 122 – in der Summe in den vier Stadtteilen der Innenstadt also knapp 1400 Abstellmöglichkeiten“, rechnet Smerdka vor. Das seien nicht wenig für eine Stadt wie Schwerin. Er wisse aber auch um den Bedarf direkt in der City. „Bei der Neugestaltung des Marienplatzes mussten wir abwägen: Wollen wir einen Fahrradabstellplatz oder einen offenen Platz? Wir haben uns für Letzteres entschieden.“ Angesichts des Druckes der Radfahrer werde aber nach Alternativen gesucht. „Wir wissen, dass viele Schüler vom Fridericianum dort ihre Räder parken. Deshalb werden wir am Totendamm rund 50 neue Stellplätze bauen und hoffen damit den Marienplatz zu entlasten“, kündigt Smerdka an. Die Mittel seien im aktuellen Haushalt bereits eingestellt. Wenn dieser freigegeben werde, könne man loslegen.

Auch hinter der Staatskanzlei könnten auf dem alten Parkplatz zusätzlich zu den Bügeln an der so genannten „Beamtenlaufbahn“ weitere positioniert werden. „Wir planen die Umgestaltung der Fläche zu einem attraktiven Platz mit viel Grün. In den Randbereichen könnten aber durchaus auch einige Fahrradparkplätze entstehen“, sagt Robert Klaus, der Schweriner Bereichsleiter des Betriebes für Bau und Liegenschaften des Landes.

Gespräche haben die städtischen Verkehrsplaner auch mit der Deutschen Bahn geführt, denn pendelnde Radfahrer klagen massiv über Stellplatznot. „Die Bahn hat bereits Unterstützung signalisiert. Auch sie ist an geordneten Situationen im Umfeld des Hauptbahnhofs und dem Haltepunkt an der Reiferbahn interessiert “, berichtet Dr. Smerdka.

Er verweist zugleich darauf, dass die Stadt auch bei anderen Baumaßnehmen an die Radfahrer denke. So seien im Zuge der Arbeiten an der Wittenburger Straße auch dort mehrere neue Fahrradparkplätze entstanden. „Das ist sicherlich nicht die Masse, aber jeder Platz zählt.“ Auch dort hätte abgewogen werden müssen zwischen einem attraktiven Erscheinungsbild des öffentlichen Raumes und weiteren Stellplätzen.

Um verlässliche Daten zum Radverkehr in Schwerin zu bekommen, will die Stadt vier fest installierte Dauerzählstellen installieren. Die Geräte sollen in der Bischofstraße, im Franzosenweg, in der Lübecker Straße und in der Ludwigsluster Chaussee am Ostorfer See aufgestellt werden.

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