Schwerin : Rabbiner-Haus wird umgebaut

Das ehemalige Rabbiner-Haus am Großen Moor 12: Seit Herbst vergangenen Jahres läuft die Sanierung.
Foto:
Das ehemalige Rabbiner-Haus am Großen Moor 12: Seit Herbst vergangenen Jahres läuft die Sanierung.

Jüdische Gemeinde bekommt am Großen Moor ein neues Zentrum / Arbeiten sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein

von
12. Februar 2018, 08:00 Uhr

Der Zeitplan steht: „Ende des Jahres wollen wir unser neues Gemeindezentrum eröffnen“, sagt Valeriy Bunimov, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in MV. Entstehen soll das künftige Zentrum der Jüdischen Gemeinde in Schwerin an geschichtlichem Ort: im ehemaligen Rabbiner-Haus am Großen Moor 12 (SVZ berichtete). Seit Herbst vergangenen Jahres wird das mehr als 200 Jahre alte Gebäude grundlegend saniert.

Vorsichtig wurde bereits die historische Bausubstanz im Inneren des denkmalgeschützten Hauses freigelegt. „Die Handwerker haben Dämmplatten aus der DDR-Zeit entfernt“, schildert Architekt Stefan Rimpel. Das Fachwerk zur Straßenseite sei in einer guten Verfassung, zur Hofseite habe allerdings der Schwamm der Wand zugesetzt. „Hier müssen wir Balken großflächig austauschen“, so Architekt Rimpel.

Ein Gemeinschaftsraum und eine koschere Küche im Erdgeschoss, Büros für den Rabbiner und die Verwaltung im ersten Stock, so soll es
im geplanten Gemeindezentrum einmal aussehen. 500 000 Euro sind für das ehrgeizige Projekt veranschlagt. 100 000 Euro stelle das Land aus dem so genannten Mauerfonds des Bundes zur Verfügung, erklärt Landesverbandschef Bunimov. Finanzielle Unterstützung komme darüber hinaus vom Zentralrat der Juden in Deutschland und von
der Hermann-Reemtsma-Stiftung. „Auch der Landesverband der Jüdischen Gemeinden, die Gemeinde selbst und der Förderverein für ein jüdisches Gemeindezentrum in Schwerin beteiligen sich an den Kosten“, so Bunimov.

Dass die Sanierung etwa wegen des festgestellten Schwamms teurer werden könnte als geplant, dieser Sorge tritt Architekt Rimpel entgegen: „Wir werden genau prüfen, was für das Haus nötig ist, und uns bemühen, den vorgesehenen Kostenrahmen einzuhalten.“

Derzeit nutzt die Jüdische Gemeinde mit rund 750 Mitgliedern, fast ausschließlich aus der früheren Sowjetunion, das Haus in der Landesrabbiner-Holdheim-Straße 7 als Verwaltungssitz und Gemeindezentrum. Das Gebäude befindet sich aber im Eigentum der Stadt, müsste dringend saniert werden, was vermutlich Millionen kosten würde, wie Verbandsvorsitzender Bunimov sagt. Den großen Versammlungsraum im hinteren Gebäudeteil würde die Gemeinde allerdings auch nach einem Umzug zum Großen Moor 12 gerne weiternutzen, betont er.

Im Eigentum der Jüdischen Gemeinde und bereits saniert sind die Häuser Landesrabbiner-Holdheim-Straße 3 und 5. Das Haus Nummer 3 ist an eine Privatperson vermietet, die Nummer 5 beherbergt die Wohnung von Landesrabbiner William Wolff, einen Gebetsraum und eine Bibliothek. Zum Ensemble gehört schließlich auch die im Jahr 2008 eingeweihte neue Synagoge.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen