Nahverkehr Schwerin : Qualitätstest für Straßenbahnen

Arbeiten an den Bahnen sind für das Werkstatt-Team des Nahverkehrs nichts Neues. Hier wurden auch schon Zugwaggons repariert.
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Arbeiten an den Bahnen sind für das Werkstatt-Team des Nahverkehrs nichts Neues. Hier wurden auch schon Zugwaggons repariert.

Aufwändige Hauptuntersuchung der 30 Wagen des Nahverkehrs: Unternehmen investiert in den nächsten sechs Jahren Millionen

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28. Dezember 2017, 08:00 Uhr

Eine Tüv-Plakette wie bei Autos gibt es am Ende der turnusmäßig anstehenden Hauptuntersuchungen für die Straßenbahnen nicht. Die Messlatte liegt viel höher. Nach dem umfangreichen Werkstatt-Test auf Herz und Nieren erhalten die Bahnen eine neue Betriebserlaubnis. Die Hauptuntersuchungen für die 30 Wagen des Nahverkehrs ist ein Mammutprogramm: In den kommenden sechs Jahren sollen jeweils fünf Wagen überprüft werden. Für das kommunale Unternehmen ist das auch eine wirtschaftliche Herausforderung: Rund 600 000 Euro kosten die Arbeiten pro Wagen.

„In der Verordnung über den Bau und Betrieb von Straßenbahnen ist die Instandhaltung der Betriebsanlage und Fahrzeuge geregelt. Wir sind als Betreiber dazu verpflichtet, Wartungen durchzuführen, um die Sicherheit für die Fahrgäste zu gewährleisten“, erklärt Nahverkehr-Geschäftsführer Wilfried Eisenberg den Hintergrund. „Die Frist für eine so genannte Hauptuntersuchung beträgt normalerweise acht Jahre bzw. 500 000 Kilometer. Dieses Intervall wurde in Absprache mit der zuständigen Aufsichtsbehörde auf zehn Jahre und 800 000 Kilometer aufgeweitet, da die Beanspruchung unserer Fahrzeuge geringer ausfällt, als sonst bei Straßenbahnen üblich.“ Und diese zehn Jahre seien jetzt um.

Die Hauptuntersuchung will der Nahverkehr nutzen, um die Straßenbahnen auch im Komfort aufzuwerten.
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Die Hauptuntersuchung will der Nahverkehr nutzen, um die Straßenbahnen auch im Komfort aufzuwerten.

Bei der vorgeschriebenen Wartung müssen alle Bauteile geprüft werden, die die Betriebssicherheit beeinflussen können. Dazu zählen beispielsweise Bremsen, Achsen, Fahrwerke, Kupplungen und so weiter. Diese Komponenten werden entweder in Eigenregie oder beim Hersteller geprüft und instandgesetzt. „Aufgrund der Erfahrung unseres Werkstatt-Teams können wir die Arbeiten bei uns vor Ort durchführen“, sagt Eisenberg. „Wir ziehen aber einen externen Gutachter mit hinzu. Der Auftrag ist bereits ausgeschrieben.“

Am Ende der Hauptuntersuchung werden alle Arbeiten in einer Dokumentation zusammengefasst. Sämtliche Akten und Messblätter sowie eine Auflistung des Umfangs der Arbeiten gehen dann an einen Prüfer, der am Ende offiziell die Freigabe des Fahrzeugs für den Verkehr gibt.

„Üblicherweise werden an dem Fahrzeug noch mehr Arbeiten ausgeführt, wie Schönheitsreparaturen, da ja einige Bauteile schon demontiert sind. Das wollen wir auch“, sagt Geschäftsführer Eisenberg. Die Palette ist groß – sie reicht von Lackierungsarbeiten bis hin zum Scheibenwechsel. Aber auch Verbesserungen für die Fahrgäste sind möglich. So könnte beispielsweise die Polsterung komfortabler werden.

SVZ-Leser als Namensgeber

Eine besondere Idee möchte der Nahverkehr im Frühjahr gemeinsam mit unserer Zeitung umsetzen: Für jede überprüfte Straßenbahn soll es einen Namen geben – und den können Sie, liebe Leser, vorschlagen. Wie das funktioniert, das lesen Sie in wenigen Wochen in der SVZ.

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