Tierfilmer erobert Hollywood : Python-Plage bringt Schweriner Ruhm

Pythons haben Heiko Kiera berühmt gemacht.
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Pythons haben Heiko Kiera berühmt gemacht.

Pythons haben Heiko Kiera berühmt gemacht. Kaum ein Tierfilmer traut sich so dicht an die Würgeschlangen heran. Jetzt wollen Produzenten in Hollywood die Filme des ehemaligen Schweriners.

svz.de von
04. Januar 2013, 07:13 Uhr

Schwerin/Miami | Kämpfe zwischen Alligatoren und Pythons haben Tierfilmer Heiko Kiera bis nach Hollywood gebracht. Arbeitete der ehemalige Schweriner 1989 noch als Requisiteur am Mecklenburgischen Staatstheater, lauert er heute mit der Filmkamera im Everglades-Nationalpark in Miami Würgeschlangen auf.

Heiko Kiera hat Biss. 1967 in Güstrow in ein schwieriges Elternhaus hineingeboren, verbrachte er den Großteil seiner Jugend im Demmlerheim der Landeshauptstadt, studierte nach der Wende Ingenieurbau und packte 1993 seine Sachen. An der Ostküste der USA schlug er sich in Miami als Handwerker durch. Pythons interessierten Heiko Kiera zu der Zeit noch recht wenig, vielmehr versuchte er mit dem blauen Schaf "Poby" den Durchbruch zu schaffen. Doch trotz großem Interesse bei Literaturagenten in Hollywood, New York, San Francisco und Chicago, Vorsprachen bei Disney Pictures und Pixar liegen sein Manuskript und seine Illustrationen von 1998 bis heute in seinem Wandschrank.

Heiko Kiera schlug sich weiter als Handwerker durch, fühlte sich zeitweilig genauso ausgesetzt wie die von den Amerikanern als Haustiere gehaltenen Pythons. Zehntausende dieser Riesenschlangen gibt es mittlerweile im Everglades-Nationalpark. Ursprünglich stammen die bis zu acht Meter lang werdenden Tiere aus Asien, fressen sich aber mittlerweile durch die amerikanische Tierwelt: Kaninchen, Luchse und Waschbären. Sie machen dort den Alligatoren Konkurrenz. Die Python-Plage, die wie die perfekte Grundlage für einen Horrorfilm klingt, brachte für Heiko Kiera den Durchbruch im Filmgeschäft.

Im Jahr 2006 kaufte er sich seine erste Filmkamera und legte sich mit den Schlangen zum Sonnenbaden auf die Straße. Er begann bald, seine Videos auf Youtube zu veröffentlichen. In drei Jahren gelangen Heiko Kiera spektakuläre, einmalige Aufnahmen - die Grundlagen für den Film "Killer Alliens", der in den USA ein großer Erfolg wurde. Animal Planet hatte das Filmmaterial gekauft. Inzwischen betreibt Heiko Kiera einen "Wildlife"-Sender im Internet - so erfolgreich, dass er sein Handwerker-Dasein an den Nagel hängte und hauptberuflich ins Filmgeschäft einstieg. "Ich bin auf Platz zehn der bestbezahlten Y outube-Verleger", erzählt Heiko Kiera. Im September 2012 klickten sich 17 Millionen Zuschauer durch seine Videos.

Heute geht er in Film- und Fernsehproduktionsfirmen ein und aus, produziert für National Geographic, den Discovery Channel und Planet Animal, auch der NDR und das ZDF klopfen mittlerweile an seine Tür.

Die Pythons haben Heiko Kiera Erfolg gebracht und ihn wieder nach Hause geführt. Seine Geschwister in Deutschland sind durch seine Filme auf ihn aufmerksam geworden. Nach 30 Jahren der Trennung kam Heiko Kiera nach Mecklenburg zurück - für einen liebevollen Besuch bei seinen zwei Schwestern und seinem Bruder.

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