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Polizeieinsatz in Schwerin : Prügelei nach Ladendiebstahl

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Polizei ermittelt gegen eine Deutsche und drei Ausländer, die im Supermarkt in der Marienplatzgalerie einen Detektiv angegriffen haben sollen

von
erstellt am 26.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Diebstahl, Prügelei, ein Biss in die Hand: Am Marienplatz hat es erneut eine Auseinandersetzung gegeben, in die Zuwanderer verwickelt waren. Unter den Tatverdächtigen: ein 17-jähriger Syrer, der laut Polizei wegen diverser Delikte schon mehrfach aufgefallen ist, sich aber weiterhin auf freiem Fuß befindet. „Wir schöpfen unseren gesetzlichen Rahmen aus“, sagt Schwerins Polizeisprecher Steffen Salow. Die Staatsanwaltschaft sieht keinen ausreichenden Haftgrund.

Und das hat sich nach Erkenntnissen der Polizei am Dienstagabend gegen 18 Uhr im Supermarkt in der Marienplatzgalerie abgespielt: Gemeinsam mit dem 17-jährigen Syrer und einem 25 Jahre alten Norweger, einem gebürtigen Libanesen, soll eine 15-jährige Deutsche im Markt mehrere Lebensmittel gestohlen haben. Als der Ladendetektiv das Mädchen zur Rede stellte und am Weglaufen hinderte, hätten die beiden Komplizen den 49-Jährigen angegriffen, berichtet Salow. Zwei weitere Männer seien den Angreifern zur Hilfe gekommen, einer habe den Detektiv in die Hand gebissen, anschließend sei die Gruppe geflüchtet.

Weit sind die Diebe allerdings nicht gekommen. Polizisten gelang es, die 15-Jährige und drei Männer am Ausgang der Marienplatzgalerie festzunehmen. Zuvor soll einer der Männer noch einen 61-jährigen Mann aus Brandenburg geschlagen haben, der wiederum einer Frau zu Hilfe gekommen war, die sich den Flüchtenden in den Weg gestellt hatte.

Die Polizei hat Anzeigen aufgenommen, ermittelt wegen des Verdachts des räuberischen Diebstahls und der Körperverletzung. Gegen die vier Tatverdächtigen seien Hausverbote für die Marienplatzgalerie ausgesprochen worden, außerdem bereite die Polizei noch Aufenthaltsverbote für den Marienplatz vor, sagt Polizeisprecher Salow. Die 15-jährige Schwerinerin sei an ihre Eltern übergeben worden.

„Auch für junge Zuwanderer gelten die Strafprozessordnung und das Jugendgerichtsgesetz“, erklärt die Sprecherin der Schweriner Staatsanwaltschaft, Claudia Lange. Im konkreten Fall sehe die Staatsanwaltschaft weder eine Flucht- noch eine andere Gefahr, die einen Haftbefehl begründen könnten. Die zu erwartende Strafe rechtfertige außerdem keine „freiheitsentziehenden Maßnahmen“ im Vorfeld, so Lange.

Für die Ermittlungen der Polizei spielten Videoaufzeichnungen aus der Marienplatzgalerie eine wichtige Rolle, betont Polizeisprecher Salow. „Wir stimmen uns eng mit der Polizei ab“, sagt Centermanager Henner Schacht. Zeugen des Vorfalls am Dienstag können sich unter Telefon 0385/51800 bei der Polizei melden.

Unterdessen geht die Debatte über Videoüberwachung des Marienplatzes weiter. Gegen Kameras hat sich jetzt die Linksfraktion in der Stadtvertretung ausgesprochen: „Vielerorts hat die Überwachung eines Platzes mit Videotechnik nur dazu geführt, dass Straftäter auf andere, unbeobachtete Bereiche ausgewichen sind“, sagt Fraktionschef Henning Foerster. Auch die Jungsozialisten in der SPD lehnen eine Videoüberwachung ab – anders als die SPD-Fraktion in der Stadtvertretung.


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