Schweriner Mieter in Not : Protest gegen Intown hat sich gelohnt

Unsanierte Intown-Blöcke in Krebsförden
Unsanierte Intown-Blöcke in Krebsförden

Mieterinitiative erreicht Reparaturen in den Wohnungen und Sanierungszusage

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27. Dezember 2017, 20:45 Uhr

Die Feiertage in warmen und trockenen Wohnungen zu verbringen, das war in den vergangenen Jahren keineswegs für alle Schweriner selbstverständlich. Kalte Heizungen, nasse und schimmlige Wände, kein warmes Wasser – so sah es Weihnachten im vergangenen Jahr bei nicht wenigen Mietern in Wohnblöcken der Projekt Intown Schwerin GmbH aus. Und auch in den Monaten danach gab es immer wieder Anlass für Beschwerden. Viele der Betroffenen schlossen sich daraufhin zu einer Mieterinitiative zusammen, um Veränderungen zu erreichen.

„Das hat funktioniert“, sagt Maik Schoefer, der Sprecher der Initiative. Dieses Jahr hätten die Intown-Mieter Weihnachten angenehm feiern können. Allerdings sind nicht wenige der damals besonders hart betroffenen mittlerweile umgezogen, haben sich andere Vermieter gesucht. Schoefer selbst ist zur TAG Wohnen gewechselt, Regina Passow zur SWG, andere zur WGS.

„Alle Mieter können jetzt selbst Wohnraum suchen und bekommen Unterstützung von der Stadt“, berichtet Schoefer. Der Oberbürgermeister habe den Auftrag der Stadtvertretung umgesetzt, das Job-Center gehe kulant mit den Richtlinien um, um einem Umzug keine Steine in den Weg zu legen.

Doch der Weg zu dieser Lösung war keineswegs einfach. Protestschreiben der Mieter an ihren Vermieter, eine Offenlegung der Missstände, Unterschriftensammlungen waren zunächst wirkungslos geblieben. Doch dann beschäftigte sich die Stadtvertretung auf Antrag der ASK mit dem Problem. Die Fachausschüsse debattierten, die Kommunalpolitiker suchten machbare Lösungsideen und beauftragten schließlich die Verwaltung, den Mietern zu helfen. Denn viele Stadtvertreter kitzelte ihr Verantwortungsgefühl. Die Intown-Blöcke, in denen die Probleme auftraten, die von undichten Dächern über Brandschutzmängel bis zum Ausfall von Sanitäranlagen und Heizungen reichten, gehörten zuvor der kommunalen Wohnungsgesellschaft WGS. Die rund 1100 Wohnungen im Mueßer Holz und in Krebsförden waren mit Zustimmung der Stadtvertretung vor zwei Jahren an die Berliner Intown Property Management GmbH verkauft worden.

Unterdessen hat aber auch Intown auf den Druck aus Schwerin reagiert. „Den Brief unserer Mieter nehmen wir sehr ernst und werden gemäß unseren Verpflichtungen als Vermieter Mängel und Defekte an und in unseren Wohnanlagen beseitigen“, erklärte im September Sascha Hettrich, Geschäftsführer der Intown-Gruppe.

„Das Unternehmen ist seit August mit uns im Gespräch“, bestätigte Schwerins Bauamtsleiter Dr. Günter Reinkober. Dabei gehe es um die geplante Instandsetzung der Fassaden der Blöcke Keplerstraße 10 und Achter de Wisch 1 bis 12. Zudem werde die Genehmigungsplanung für die Sanierung der Blöcke Tarnowstraße 1 bis 2 und Völknerstraße 22 beraten.

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