Göhrener Tannen : Procap baut im Industriepark neu

Nur der erste Bauabschnitt einer Großinvestition: Zwei Produktions- und zwei Lagerhallen sowie ein Bürobereich entstehen in den Göhrener Tannen.
Nur der erste Bauabschnitt einer Großinvestition: Zwei Produktions- und zwei Lagerhallen sowie ein Bürobereich entstehen in den Göhrener Tannen.

Schweriner Unternehmen investiert 26 Millionen Euro und sucht für künftig vierfache Produktionskapazität neue Mitarbeiter

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30. Juli 2014, 08:00 Uhr

Wieder eine Neuansiedlung im Industriepark Schwerin. Vis a vis von Nestlé baut jetzt Procap, nach eigenen Angaben einer der führenden europäischen Hersteller von Kunststoffverschlüssen. Im Industriepark mit einer Gesamtfläche von rund 224 Hektar siedelt sich damit nach Luftfahrtzulieferer FlammAerotec, dem Automobilzulieferer PTS Precision und dem Lebensmittelkonzern Nestlé das vierte international tätige Unternehmen an.

Procap hatte erst im April vergangenen Jahres die Schoeller Cap Systems in der Landeshauptstadt übernommen. Neben dem Vertriebsbüro verfügt das Unternehmen mit Hauptsitz in Luxemburg seitdem erstmals auch über eine eigene Produktionsstätte in Deutschland. Zu den derzeit vorhandenen 45 Arbeitsplätzen in Schwerin sollen nach der Verlegung der Betriebsstätte in die Göhrener Tannen weitere kommen. „Im ersten Schritt brauchen wir 17 Mitarbeiter“, sagt Geschäftsführer Harry Briese. „Mit Abschluss unseres Neubauvorhabens wollen wir auf 120 Beschäftigte anwachsen.“

Doch das ist laut Briese gar nicht so einfach. Trotz intensiver Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und der Rückhol-Agentur mv4you ist der Schweriner Procap-Chef immer noch auf der Suche. „Wir könnten allein von der guten Auftragslage eigentlich viel schneller wachsen“, erklärt Briese. „Aber dafür fehlen uns die Leute.“

Gesucht werden Einrichter, die sich mit Kunststoffverarbeitung auskennen, und Bediener von Spritzgussmaschinen. Darüber hinaus wird ein Qualitätsmanager, gern aus der Branche, benötigt, der sich mit Zertifizierungen auskennt. „Und wir brauchen natürlich Leute, die Automationsanlagen bedienen können“, berichtet Briese. Wer sich für einen Job in einem europaweit und darüber hinaus tätigen Unternehmen interessiert, erfahre alles nötige bei der Agentur für Arbeit.

Allein für den ersten Bauabschnitt mit Bürobereich sowie Produktions- und Lagerhalle investiert Procap bis zum nächsten Jahr 26 Millionen Euro in den neuen Standort. Jeweils eine Produktions- und eine Lagerhalle sollen im zweiten Bauabschnitt anschließend folgen. „Die ersten neuen Maschinen werden bereits im Oktober geliefert“, kündigt Briese an. Der Endausbau im Industriepark Schwerin ist für 2020 vorgesehen.

Procap produziert Verschlüsse für Verpackungen von festen und flüssigen Lebensmitteln, Chemikalien, Kosmetik und pharmazeutischen Erzeugnissen. Die drei größten Märkte für derartige Verschlüsse befinden sich dem Unternehmen zufolge in Großbritannien, Frankreich – und Deutschland. Der Markt hier sei durch einen hohen Innovations- und Marketinganspruch gekennzeichnet, der neue Standort erlaube, besser auf diese Bedürfnisse zu reagieren und lokalen, regionalen und internationalen Kunden einen noch besseren Service zu bieten, so das Unternehmen. Außerdem ließen sich so Lieferzeiten und Kosten optimieren. „Der neue Standort Schwerin fügt sich ideal in die Strategie von Procap ein. Wir wollen künftig den Norden Deutschlands, den skandinavischen Raum sowie die östlichen Anrainer-Staaten mit unseren Produkten beliefern“, hatte Briese bereits im vergangenen Jahr erklärt. Zudem würde sich die Kundenkette des Unternehmens erweitern – aus MV kämen beispielsweise die Darguner Brauerei, Wesergold mit seiner Betriebsstätte in Dodow oder die Güstrower Schlossquelle dazu. Procap ist ein Familienunternehmen mit 450 Mitarbeitern, die 118 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaften.

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