Betrunkener Schüler, Körperverletzung und ein Brand : Problemfall Bertolt-Brecht-Gesamtschule

Ein betrunkener Schüler, eine Schlägerei und ein Brand in der Toilette - ein ganz normaler Tag an einer Gesamtschule. Die Schweriner Bertolt-Brecht-Schule setzt nun auf mehr Prävention.

svz.de von
13. Januar 2013, 06:41 Uhr

Grosser Dreesch | Ein normaler Tag an einer Gesamtschule: Am Vormittag muss der Notarzt gerufen werden, weil ein Schüler sturzbetrunken ist. Eine Achtklässlerin wird zusammengeschlagen und getreten. Am Nachmittag muss die Feuerwehr anrücken, weil es in einer Toilette brennt. So geschehen nicht irgendwo in Deutschland, sondern in der vergangenen Woche an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule auf dem Großen Dreesch. Die für die Aufsicht zuständige Schulrätin durfte sich zu den Vorfällen nicht äußern und verwies auf das Bildungsministerium. Dessen Sprecher Henning Lipski bestätigte den betrunkenen Schüler, der sich den "Alkohol irgendwie besorgt" haben müsse. Und in der zweiten Etage musste ein Schwelbrand gelöscht werden. Eine Körperverletzung habe es aber nicht gegeben. Die Schulleitung habe dazu umfangreich ermittelt und die Schüler befragt. "Möglicherweise geschah das außerhalb der Schulzeit und des Schulgeländes." Von der Polizei dagegen hieß es, dass eine Anzeige wegen dieser Körperverletzung aufgenommen wurde.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Brecht-Gesamtschule für Aufregung sorgt. Erst im Oktober mussten zwei Schüler der Abiturstufe vom Unterricht suspendiert werden, weil sie Sechsklässler drangsaliert und Gewaltvideos gedreht hatten. (SVZ berichtete) Auf einer Klassenfahrt nach Prag soll ein Schüler wegen seines Alkoholkonsums nach Hause geschickt worden sein. Hat die Schule also ein akutes Alkoholproblem? Jedenfalls hat sich das Lehrerkollegium - Duplizität der Ereignisse - erst einen Tag bevor der alkoholisierte Schüler ärztlich versorgt werden musste zusammen gesetzt, um sich ein Programm zur Drogen- und Alkoholprävention zu überlegen. Das Ergebnis: Es sollen Präventionsgespräche geführt und den Schülern der Klassenstufen acht bis zehn an Projekttagen die Gefahren des Alkohols deutlich gemacht werden. Außerdem ist vorgesehen, die Lehrer speziell fortzubilden, damit sie Alkoholkonsum erkennen können. "Die Schule tut alles, um die Probleme in den Griff zu bekommen", sagte Henning Lipski.

Die Bertolt-Brecht-Gesamtschule ist eine von rund 200 Unesco-Projektschulen in Deutschland. Die "leben internationale Verständigung, Nachhaltigkeit und interkulturelles Lernen vor. Themen wie Menschenrechte, Umweltschutz und Toleranz werden im Unterricht behandelt und in Form von Projektarbeit vermittelt", wie es dazu im Internet heißt. An der Schule sind auch zwei Sozialarbeiterinnen aktiv. Allerdings - eine der beiden ist langzeiterkrankt.

Der alkoholisierte Schüler ist inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen und wird ab Montag wieder am Unterricht teilnehmen.

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