Nach Brückensprengung Schwerin : Problembrücke: Nahverkehr plant schon um

In drei Monaten wird die Eisenbahnbrücke Wittenburger Straße abgerissen. Das bedeutet Umleitungen für die Straßenbahn.
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In drei Monaten wird die Eisenbahnbrücke Wittenburger Straße abgerissen. Das bedeutet Umleitungen für die Straßenbahn.

Wenn im März die Eisenbahnüberführung der Wittenburger Straße abgerissen wird, müssen Straßenbahnen und Busse anders fahren

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17. Dezember 2014, 08:00 Uhr

„Die Auswirkungen auf den Nahverkehr sind gravierend, wenn an der Brücke der Wittenburger Straße über die Eisenbahngleise gebaut wird“, sagt Norbert Klatt, der Chef des Unternehmens. Und er übertreibt nicht. „Es wird Veränderungen für alle Bahn- und Buslinien geben, wir werden den kompletten Fahrplan neu gestalten müssen.“

Zu Wochenbeginn haben die zuständigen Experten vom städtischen Amt für Verkehrsmanagment und vom Nahverkehr mehrere Stunden lang konferiert, um erste Festlegungen zu treffen. Denn es geht nicht nur um simple Umleitungen oder veränderte Abfahrtzeiten, sondern um einen ganzen Komplex von Maßnahmen bis hin zu baulichen Veränderungen.

Klatt erläutert: „Wenn die Wittenburger Straße gesperrt ist, müssen wir mit der Linie 2 eingleisig durch die Franz-Mehring-Straße fahren, also im Gegenverkehr. Das wiederum wird auch Auswirkungen auf die Linie 1 haben, weil sich die Taktzeiten verändern. Das wiederum hat zur Folge, dass die gesamten Anschlüsse der Busse neu getaktet werden müssen. Und ganz abgesehen davon müssen die Streckenführungen zweier zentraler Buslinien, der 12 und der 14, verändert werden. Und die 14 wird dann auch nur noch bis zum Platz der Freiheit verkehren“, beschreibt der Geschäftsführer den derzeitigen Stand der Planungen.

Hinzu kämen aber noch viele weitere kleine Probleme, die auf den ersten Blick gar nicht erkennbar seien. Zum Beispiel die Gewährleistung des behindertengerechten Zugang zu den Bahnen. So müssen an den Haltestellen in der Franz-Mehring-Straße und am Platz der Freiheit neue Rampen angelegt werden für die Bahnen, die dann im Gegenverkehr fahren. Die Beschilderung in den betreffenden Straßen ist zu ändern, gegebenenfalls muss eine Ampel an der Kreuzung Wismarsche Straße, Franz-Mehring-Straße, Arsenalstraße aufgestellt werden, benachbarte Ampelschaltungen müssen neu getaktet werden.

Und auch auf dem Marienplatz wird es eng. Denn dann halten alle Bahnen an dem kleinen Mittelstreifen der Linie 1. Das wiederum hat bei den langen Zügen zur Folge, dass sich die Busse an den Zufahrten zum Marienplatz von der Wismarschen Straße und der Goethestraße aus hinten anstellen müssen. „Da wird die normale Zeit zum Umsteigen nicht reichen“, prognostiziert der Nahverkehrschef.

Wer die zusätzlichen Kosten tragen wird für Rampen, Schilder, Personal und Fahrplan ist indes noch nicht geregelt. „Wir sind ständig in Kontakt mit der Stadt, denn die Zeit drängt. Die Zusammenarbeit funktioniert aber gut. Ich bin mir sicher, dass wir alle offenen Fragen klären können“, betont Klatt. Als Tag X sei derzeit der 16. März vorgesehen. Ab 4 Uhr wird dann die Wittenburger Straße im unteren Bereich gesperrt.

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