Dritte Generation – dritte Prinzessin

: Prinzessinnen aus dem Hause Dyba

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Familientradition in drei Generationen: Mutter, Tochter und Enkelin standen beim Banzkower Karneval den Prinzen zur Seite und sind jetzt zum 60-jährigen Jubiläum und dem großen Prinzenball dabei.

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11. Januar 2013, 07:52 Uhr

Banzkow | Schick sieht es noch immer aus, das Kleid in Gold und Rot, das Simone Dyba schon mal hervorgeholt hat. "Ob es passt, weiß ich noch nicht, ich kann nur hoffen", sagt die 49-Jährige schmunzelnd. Denn zum Prinzenball am 19. Januar will die Banzkowerin es tragen, wenn die Paare der vergangenen 60 Jahre ins Störtal einmarschieren. Sie ist aber nicht die Einzige aus der Familie Dyba. Drei Generationen stellten schon die Prinzessin. Vor Simone Dyba war bereits ihre Mutter Rita Dyba (73) in diese Rolle geschlüpft. Tochter Steffi (30) folgte vor drei Jahren. Alle drei nehmen am Prinzenball in der Jubiläumssaison teil.

"Dass unsere Familie mit dem Banzkower Karneval eng verbunden ist, ist uns allen klar", sagt Simone Dyba. Dass sie in der 60-jährigen Geschichte des Vereins aber auch drei Prinzessinnen stellte, sei ihnen nicht bewusst gewesen. Darauf habe sie der Karnevalspräsident Mario Lübbe erst hingewiesen, der bei den Einladungen zum Jubiläumsfest darauf stieß.

An die Anfänge der Karnevalszeit kann sich Rita Dyba, von Beruf Erzieherin, noch gut erinnern. Ihr Mann Horst war schließlich im Elferrat. "Die Frauen haben automatisch mitgemacht. Das war eigentlich ganz selbstverständlich. Es hat ja auch Spaß gemacht", erzählt sie. Damals wie heute ist es bei den Banzkower Karnevalisten so geregelt, dass der Prinz seine Prinzessin auswählt. In der Saison 1962/1963 hatte Prinz Heinz Warnk dazu Rita Dyba auserkoren. Man kannte sich, die Familien waren und sind befreundet. An ihr Kleid, das die Frau des Prinzen genäht hat, kann sie sich noch gut erinnern: Es war rosafarben und mit weißer Spitze besetzt, um die Schulter trug die Trägerin eine Stola und die Krone durfte natürlich auch nicht fehlen. Das Kleid habe nicht lange überlebt. Rita Dyba: "Ich habe mir daraus eine Umstandsbluse nähen lassen. Denn damals gab es keine große Auswahl an modischen Sachen."

Das war bei Tochter Simone, die Erzieherin arbeitet als Tagesmutter, Jahre später dann schon anders. Sie wählte ein Kleid in den Farben Gold und Rot aus, trug weiße Handschuhe, ein Pompadour-Täschchen und die Krone. So präsentierte sich die Banzkowerin 1993 als Prinzessin von Prinz Siegbert Möller. Sie habe mit dem Karneval angefangen, als ihre Eltern aufgehört haben, sagt Simone Dyba. Das Karnevalsleben kannte sie von ihren Eltern. Als Jugendliche stieg sie bei der Funken- und Prinzengarde ein. Die Tänze einzustudieren, das kostete zwar immer viel Freizeit und manchmal mussten sie auch an Wochenenden trainieren, erinnert sie sich. "Aber Spaß gemacht hat es allemal. Und wenn wir dann bei den Veranstaltungen die Tänze gezeigt haben und sich die Leute freuten und Beifall zollten - das war schon ein gutes Gefühl."

Simone Dyba übernahm sogar eine Kindertanzgruppe, trainierte mit ihr viele Jahre. Und weil ihr Mann auch Karnevalist ist und ihre gemeinsame Tochter Steffi damals nicht allein zu Hause bleiben konnte, musste das Mädchen zu den Proben am Wochenende oft mit. So schnupperte Steffi schon mit zwei Jahren Karnevalsluft. Das blieb nicht ohne Folgen. Als sie das Alter hatte, tanzte Steffi Dyba dann in der Garde mit. Später übernahm sie die Tanzgruppe, in der sie quasi groß geworden ist. Für das Training zeichnet sie gemeinsam mit ihrer Freundin Ulrike verantwortlich.

Die Enkelin von Rita Dyba wurde im Jahr 2010 zur Prinzessin gekürt - in einem roten, ausladenden Kleid - ein Hingucker. Ihr Prinz Mario Palm war damals der Garde-Major. In dieser Garderobe stellten die Beiden das Kaiserpaar Sissi und Franz dar. Und in diesem Kleid präsentierte sich Steffi Dyba auch beim Jubiläums-Umzug der Banzkower Karnevalisten im Dezember vorigen Jahres. Ihre Mutter und ihre Oma waren natürlich auch dabei.

Zum Prinzenball am 19. Januar haben sich bereits die meisten Prinzen und Prinzessinnen aus den vergangenen

60 Jahren angesagt. Die geschlossene Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Störtal. Ausnahmsweise wird - weil ein Jubiläum gefeiert wird - auf diesem Ball auch schon die neue Prinzessin von Prinz Manuel Lang vorgestellt, normalerweise erfolgt das erst auf dem Seniorenkarneval im Februar. Dieser findet am 2. Februar um 14 Uhr statt. Weitere Veranstaltungen sind am 2. und 9. sowie am

11. Februar (Rosenmontag) jeweils um 19.30 Uhr und am 10. Februar (Kinderkarneval) um 14 Uhr vorgesehen. Karten dafür können im Vorverkauf am 19. Januar ab 10 Uhr in den Räumen des Banzkower Landwirtschaftsbetriebes in der Plater Straße erworben werden.

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