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Schwerin testet neues Verkehrsleitsystem : Premiere: Parkplatzsuche mit System

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Premiere beim „Frei.Wild“-Konzert in der Schweriner Weststadt: Die Stadt testet erstmals ein neues Verkehrskonzept. Dabei lenkt die Polizei tausende Autofahrer gezielt zum Konzert, um ein Verkehrschaos zu vermeiden.

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2013 | 06:53 Uhr

Weststadt | Bevor morgen die Band "Frei.Wild" tausenden Fans in der Sport- und Kongresshalle ordentlich etwas auf die Ohren gibt, gehen Ordnungsamt und Polizei in der Weststadt gegen Wildparker vor. Die Anwohner wird es freuen: Die Landeshauptstadt testet am Wochenende erstmals ihr neues Verkehrs- und Parkkonzept für Großveranstaltungen. So sollen die Wittenburger Straße nicht verstopft und wildes Parken im Wohngebiet, auf Rettungswegen und Grünflächen vermieden werden. Ob das klappt?

Die Theorie: Der Anreiseverkehr wird großräumig geführt und weitestgehend aus der Weststadt herausgehalten. "Schilder lenken die Autos bereits auf der Umgehungsstraße", erklärt Ordnungsamtsleiterin Gabriele Kaufmann. So soll der Verkehr aus der Innenstadt herausgehalten werden. Etwa 30 Polizisten werden vor der Sport- und Kongresshalle für einen ruhigen Ablauf sorgen. 800 Parkplätze gibt es rund um die Veranstaltungshalle. Der Parkplatz vor dem Achteck steht am Abend der Veranstaltung nicht zur Verfügung. Sind alle Stellflächen besetzt, stehen hunderte weitere im Schlosspark-Center bereit. Die Veranstalter setzen zwischen Parkhaus und Konzerthalle von 18 Uhr an einen Shuttle-Service ein. Zur gleichen Zeit erreichen Bewohner der Weststadt ihr Wohngebiet nur noch über die Lessingstraße. Die Zufahrten von der Wittenburger Straße aus sind voraussichtlich bis 20.30 Uhr gesperrt.

"Das ist eine Pilotphase", sagt Gabriele Kaufmann. "Wir wollen jetzt stärker durchgreifen." Allein bei der Grundlösung soll es nicht bleiben. Die Stadt lässt parallel den Verkehr zählen. Je nach dem, wo die meisten Autos rollen und die größten Schwierigkeiten entstehen, werden die Verkehrsplaner das Konzept anpassen und verbessern - Stück für Stück. "Wir wollen bis Ende des Jahres erreichen, dass Großveranstaltungen nicht mehr die Weststadt belasten", erklärt Kaufmann. Etwa fünf bis zehn Großveranstaltungen finden jedes Jahr in der Sport- und Kongresshalle statt. "Aber das Verkehrsaufkommen ist völlig unterschiedlich", so Gabriele Kaufmann. Beim "Alpha-Rave" würden die meisten Partygäste mit Taxen und Bus anreisen, bei Konzerten nutzen viel mehr Besucher das Auto. Bei manchen Veranstaltungen kommen die Gäste von außerhalb, bei anderen vorrangig aus der Landeshauptstadt.

Bisherige Versuche, während Großveranstaltungen gegen ordnungswidriges Parkern in der Weststadt vorzugehen, waren gescheitert. Morgen ziehen Verwaltung, Veranstalter, Hallenbetreiber, Polizei und Nahverkehr mit "verkehrslenkenden Maßnahmen" in der Landeshauptstadt erstmalig an einem Strang.

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