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Geologisches Museum : Preise für Seeigel und Kopffüßer

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Parchimer Geologin Karina Thiede fand gleich die zwei schönsten Fossilien des Jahres 2014: Exponate nun in Raben Steinfeld zu sehen

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erstellt am 13.Jan.2015 | 16:00 Uhr

Drei der schönsten Funde aus dem vorigen Jahr sind von jetzt an bis zum 1.  März im Geologischen Museum im Unterdorf von Raben Steinfeld zu sehen. Die Parchimerin Karina Thiede steuert gleich zwei Exponate zu dieser kleinen Sonderschau bei: Einen in Kreide steckenden Kronenseeigel sowie einen in einem Sternberger Kuchen „eingebackenen“ Kopffüßer. „Ich kann bei bestem Willen selber nicht sagen, welcher der beiden Funde schöner oder wichtiger für mich ist“, erzählt die 42-Jährige bei der Übergabe in Raben Steinfeld. „Beide sind aber schon etwas ganz Besonderes.“ Und das sahen Profis und Laien bei der Kür der schönsten Funde des Jahres im Dezember ebenso. Die Stücke erhielten bei einem offenen Abend der Gesellschaft für Geschiebekunde Westmecklenburg in Schwerin von den rund 50 Gästen exakt die gleiche Punktzahl – die höchste des Tages. Platz 1 wurde daher zweimal vergeben. Karina Thiede freut sich darüber sehr, zugleich ist ihr das ein wenig peinlich. Schließlich steht die studierte Geologin gemeinsam mit Dirk Pittermann aus Zittow an der Spitze dieses Vereins. „2014 war generell ein gutes, ein starkes Jahr“, betont die 42-Jährige, die heute im Familienunternehmen in Parchim tätig ist. Die Geologie-Fans brachten von ihren Sammeltouren viele und zugleich außergewöhnliche Fundstücke mit, schätzt Thiede ein. Sie selbst kann sich sehr gut daran erinnern, wie sie zu den beiden neuen Schmuckstücken gekommen ist. Der Seeigel stammt aus einem Kreidebruch auf Rügen. Jedes Jahr machen Karina und Nils Thiede Urlaub auf der Insel. Und da der Ehemann die Leidenschaft für besondere Steine teilt, sind Sammelexkursionen für die Familie die Freizeitbeschäftigung Nummer 1.

Anfang August, bei einer geführten Tour durch den Kreidebruch Promoisel, nahm die Fachfrau einen Hammer zur Hand und klopfte das Gestein an, ein Stück löste sich. „Darin habe ich gleich den Abdruck entdeckt“, berichtet Karina Thiede. Der Seeigel steckte aber noch fest. Vorsichtig wurde ein weiteres Stück Kreide herausgelöst, das Exponat später für die Präsentation herausgearbeitet. Der knapp 70 Millionen Jahre alte Kronenseeigel krönt jetzt gut sichtbar ein Halb-Kilo-Stück Kreide.

Nicht ganz so ansehnlich, aber ebenso bemerkenswert ist der Kopffüßer, den Karina Thiede während eines Herbstausfluges in einer Kiesgrube bei Sternberg entdeckte. Der versteinerte Nautilus und sein Gehäuse stecken in einem 26 bis 28 Millionen Jahre altem Sternberger Kuchen, wie dieses nur in Westmecklenburg vorkommende Sedimentgestein heißt. Muscheln, Schnecken und Haifischzähne sind die üblichen Zutaten in diesem Kuchen. „Eingeschlossene Kopffüßer sind extrem selten“, betont Karina Thiede. „Mir sind nur vier weitere solche Exponate bekannt.“

Diese beiden Exponate liegen nun in Raben Steinfeld neben einem echten Schwergewicht. Der Schweriner Wilfried Krempien fand ebenfalls in einer Kiesgrube bei Sternberg ein Stück versteinertes Holz, das wohl älter als 20 Millionen Jahre ist. Das Fundstück bringt stolze 12,8 Kilogramm auf die Waage. Um welches fossile Holz es sich handelt, müssen Experten noch bestimmen. „Für die Region Sternberg ist es auf jeden Fall ein seltenes Fundstück aus dieser Zeit“, erläutert Thiede. Dieses Exponat kam bei der Wahl der schönsten Stücke auf Rang 3.

Platz 2 wurde ebenfalls vergeben – an Gerd Juchem aus Schwerin für den fossilen Zahn eines Wollhaarnashorns. Den brachten die Eismassen während der Weichsel-Kaltzeit in unsere Breiten. Der Zahn kommt noch in dieser Woche, nach seiner Bestimmung im Natureum Ludwigslust, ebenfalls nach Raben Steinfeld.

„In diesem Jahr können wir besonders schöne Stücke präsentieren“, freut sich Reinhard Braasch. Der Raben Steinfelder gehört der Gesellschaft für Geschiebekunde ebenfalls an und zeigt im Unterdorf seine Sammlungen. Vor allem Sternberger Kuchen und Feuersteine sind hier ständig zu sehen. Weitere Mineralien und Fossilien kommen hinzu. Und bis zum 1.    März die schönsten Funde des Jahres 2014. Ein Besuch ist nach Anmeldung unter der Telefonnummer 03860-247 möglich.

 

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