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Vielseitig, praktisch, Schwerin : Praxisnahe Ausbildung – gute Chancen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landeshauptstadt bietet Berufsschülern gute Voraussetzungen, auch außerhalb von Klassenräumen und Laboren

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Gabriela Neumann steht stolz neben dem neuen hochmodernen Kälteschnittgerät im Laborraum. „Damit lernen unsere Schüler praxisnah, wie sie krebsverdächtiges Gewebe innerhalb von zehn Minuten untersuchen – praktisch noch während der Patient auf dem Operationstisch liegt“, sagt die diplompädagogische Laborassistentin. Gabriela Neumann wechselte von ihrem Laborberuf in die Ausbildungssparte. Erst als Lehrerin in der kommunalen Schweriner Berufsschule für Gesundheit und Sozialwesen merkte sie, wie viele verschiedene medizinische Berufe es gibt. Die gleichen Erfahrungen hat Schulleiterin Cornelia Wossidlo gemacht. „Die Bandbreite der Möglichkeiten ist Schülern gar nicht bewusst“, sagt sie. Gerade in Schwerin gäbe es eine große Auswahl: Neun Gesundheitsberufe werden allein an der städtischen Berufsschule unterrichtet. Insgesamt lernen dort 1183 Auszubildende, darunter auch im Sozialwesen und Gewerbeberufen wie Friseur und Kosmetiker. An der kommunalen Berufsschule werden – anders als bei der privaten der SWS Seminargesellschaft für Wirtschaft und Soziales am Ziegelsee – keine Gebühren fällig.

Beide Einrichtungen arbeiten eng mit den Helios-Kliniken zusammen, vor allem was die praktischen Möglichkeiten für die Schüler angeht. „Mir gefällt, dass wir hier viele Möglichkeiten der praktischen Vorbereitung auf die Labortätigkeiten bekommen. Man muss wissen, wie es geht und das muss man üben“, sagt Kevin Thunert, der an der städtischen Berufsschule eine Ausbildung zum Medizinisch-Technischen Laborassistenten absolviert.

Aber was macht die Landeshauptstadt in Sachen Ausbildung für junge Leute so attraktiv? An die Berufsschule von Cornelia Wossidlo kommen vor allem frische Schulabsolventen aus den ländlichen Bereichen von Mecklenburg-Vorpommern. „Für 16- und 17-Jährige ist der Schritt von zu Hause weg nach Schwerin schon ein großer“, sagt die Schulleiterin. Da sei die Nähe zu den Eltern noch wichtig ebenso wie die kurzen Wege und bezahlbarer Wohnraum.

„Geld spielt natürlich immer eine große Rolle, vor allem weil wir keinen Lohn bezahlen wie ausbildende Handwerksbetriebe“, erzählt die Schulleiterin. Fast alle ihrer Schüler würden deshalb nebenbei arbeiten. „Ich treffe sie im Kino oder an der Supermarktkasse.“ Außerdem gäbe es auch noch das Schüler-Bafög. Doch neben allen Vorzügen habe Schwerin auch viel Nachholbedarf, um für junge Menschen attraktiver zu werden: Beim Freizeitangebot vermissen viele Jugendliche eine größere Auswahl und finanzielle Entlastungen für Jugendliche im Alltag.

In Schwerin fehle außerdem auch eine typische Kneipenszene, ergänzt Stephan Haring von der Designschule. Etwa 180 junge Leute lernen dort Berufe wie Game- oder Modedesigner. Die Schüler sind im Durchschnitt älter als an der kommunalen Berufsschule, aber die Ausbildung kostet Geld.

Die Berufschancen stehen derzeit für die Absolventen gut. „Viele Schüler haben schon vor ihrem Abschluss ein Angebot in der Tasche“, sagt Cornelia Wossidlo. Das liege auch an der guten technischen Ausstattung ihrer Berufsschule: unter anderem Röntgengeräte, Lungenvolumenmesser, modernste Labore und seit Kurzem eben auch ein Kälteschnittgerät.

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