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20. November 2017 | 18:37 Uhr

Prahlen reicht nicht

vom

svz.de von
erstellt am 16.Nov.2007 | 09:57 Uhr

Werfteneigner, Reeder und Hafenbetreiber bekommen kalte Füße: Aufträge ohne Ende stehen in ihren Orderbüchern. Milliardengeschäften können sie sich sicher sein. Zweistellige Wachstumsraten, wie es sie lange nicht mehr gab, winken der maritimen Industrie. Die Aussichten sind so günstig wie selten zuvor. Und doch machen sich die Fachkräfte rar - eine schmerzvolle Quittung für fehlende Zukunftsstrategien in den vergangenen Jahren.
Lange hat die maritime Industrie nicht das Bild einer Zukunftsbranche vermittelt. In den Vorstandsetagen hieß es lieber klagen ohne zu leiden, statt Wettbewerb durch neue Ideen. Über Dumpingpreise in Südkorea stöhnende und nach Subventionen schreiende Werften haben eher den Eindruck einer am Tropf der Steuerzahler hängenden Branche vermittelt. Zu lange haben sich die Unternehmen auf die üppig fließenden Beihilfen aus Schwerin, Berlin und Brüssel verlassen und lieber an Personalkosten gespart anstatt nach Alternativen zu suchen und mit Innovationen zu punkten. Das hat abgeschreckt und junge Leute in lukrativere Wirtschaftszweige abwandern lassen.
Heute das Image einer Krisenbranche wieder loszuwerden bedarf mehr als nur mit Konjunkturaussichten zu prahlen. Qualifiziertes Personal zurückzugewinnen heißt auch, das Klagelied über zu hohe Lohnkosten zu beenden und Fachleute auch wie Fachleute zu bezahlen - eben wie in einer Zukunftsbranche .

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