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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 01:55 Uhr

Fischen : Pracht-Wels aus dem Barniner See

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fischer Matthias Brietzke und seine Helfer zogen einen 33 Kilogramm schweren und 1,83 Meter langen Fisch an Land

Solch ein Exemplar bekommt Fischer Matthias Brietzke nicht jeden Tag zu sehen. Der Wels, den er und seine Helfer aus dem Barniner See holten, bringt 33 Kilogramm auf die Waage, das Prachtstück ist 1,83 Meter groß. „Das ist schon ein besonderer Fang“, sagt der 49-Jährige, der die Fischerei Brietzke in Barnin betreibt.

Es war im Dezember, als Matthias Brietzke, sein Vater Werner und fünf Helfer auf den Barniner See herausfuhren – zum Zugnetzfischen. Das ist der jährliche Höhepunkt für den Fischer, denn zu Weihnachten und Silvester fragen die Kunden vor allem nach Karpfen nach, und die tummeln sich im Barniner See – neben Hecht, Zander und Co.

Er habe relativ schnell erkannt, dass im Zugnetz ein großer Fisch zappelte. Und die typische Marmorierung ließ darauf schließen, dass es sich um einen Wels handeln musste, erklärt Brietzke junior. Und so war es. „Alle haben gestaunt, als wir den großen Fisch zwischen Brachsen und Karpfen entdeckten. Zwei Männer hatten zu tun, ihn mit dem Tiefenkescher aus dem Wasser zu holen“, erinnert sich Matthias Brietzke. „Alle haben große Augen gemacht und sich gewundert, welche Kraft der Raubfisch hat. Es war ein richtiger Kraftakt, ihn ins Boot zu bugsieren. Danach konnten die Männer verschnaufen. Dann gab der Wels Ruhe, denn eigentlich sei er ein träger Fisch.“

Das Glück war den Barninern noch einmal hold. Ein zweiter stattlicher Wels ging ihnen ins Netz. Der war 27 Kilogramm schwer und 1,55 Meter lang.

Im Jahre 1996, so erzählt Matthias Brietzke, haben sein Vater und er mehrere Welse in den See eingesetzt. Sie hatten damals ein Gewicht von zwei bis drei Kilogramm. Die Fische müssen im Jahr im Durchschnitt anderthalb Kilogramm zugenommen haben – und das ohne jegliche Zufütterung, erklärt der Barniner. Denn die Fische im Barniner See werden nicht zugefüttert. Der europäische Wels ist ein Süßwasser-Raubfisch – übrigens der größte in Mitteleuropa – und ernährt sich von meistens von Weißfisch wie Brachsen und Plötze. Bekannt ist aber auch, dass Welse gern mal auch nach Stockenten, Blässhühnern oder Haubentauchern greifen. Der „Silurus glanis“, so der lateinische Name, kann bis zu 50 Jahre alt werden, bis zu drei Meter lang und bis zu 200 Kilogramm schwer.

In den Jahren zuvor fingen Brietzkes schon mal den einen oder anderen Wels – und setzte ihn wieder aus. Diese zwei aber wollten sie nun an Land bringen – wegen der stattlichen Größe.

Matthias Brietzke, Ingenieur für Binnenfischerei, habe die beiden Prachtfische dem Warener Müritzerum angeboten, das auch ein Aquarium für heimische Süßwasserfische unterhält. Aber solche ausgewachsenen Exemplare lassen sich nur schwer, eigentlich kaum, in ein neues Quartier umsiedeln, hieß es. Hinzu komme, dass die Warener kein entsprechendes Becken frei hatten. So blieben die schwergewichtigen Welse vorerst in Barnin. Abnehmer fand Brietzke dennoch. Das Restaurant „Niederländischer Hof“ in Schwerin bereitete die Welse zu: ein Wels als Schaustück für eine große Veranstaltung, der andere wurde auf der Tageskarte angeboten.

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