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Missbrauch in Schwerin : „Power for Kids“ erhält Aufpasser

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Weiterer Vorwurf gegen verurteilten Peter B.

von
erstellt am 20.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Der Verein „Power for Kids“ und die Landeshauptstadt haben eine Vereinbarung geschlossen, mit der garantiert werden soll, dass die Missbrauchsfälle rückhaltlos aufgeklärt, die Opfer unterstützt und der Verein neu organisiert werden. „Das Wohl von Kindern und Jugendlichen ist ein Wert, der grundgesetzlich geschützt ist und dem in der Landeshauptstadt höchste Priorität eingeräumt wird. Deshalb verurteilen die Vertragspartner die erschütternden Missbrauchsfälle. Gleichzeitig erklärt der Verein, alles zu tun, dass sich derartige Vorkommnisse nicht wiederholen“, heißt es in der Vereinbarung. Unterschrieben haben sie Sozialdezernent Andreas Ruhl für die Stadt und Walter Burmeister vom Vorstand des Vereins „Power for Kids“.

„Es geht uns mit dieser Vereinbarung darum, nachhaltige Sicherheiten zu schaffen, ohne den Verein zu zerschlagen. Denn er leistet in einem sozialen Brennpunktgebiet der Stadt eine von vielen Kindern und Jugendlichen gewünschte Arbeit“, erläutert Ruhl. Zahlreiche junge Leute hätten das in Gesprächen mit ihm nachdrücklich bekundet.

Doch wie soll der Neuanfang geschafft werden? Zunächst einmal hat der Verein, der ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand arbeitet, seinen Jugendtreff in der Hegelstraße 16 auf Druck von anerkannten freien Trägern der Jugendarbeit vorübergehend geschlossen. Eine Wiedereröffnung im Mai wird abhängig gemacht vom Stand der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle. Dafür soll professioneller Fachverstand geeigneter Institutionen oder Verbände genutzt werden.

Zudem ist eine spezielle Schulung, auch Supervision genannt, für maßgebliche Akteure des Vereins und für die Mitarbeiter, die künftig als Aktive im Kinder- und Jugendtreff arbeiten wollen, vorgesehen. Der Verein verpflichtet sich, auch für die ehrenamtlichen Helfer des offenen Treffs ein entsprechendes Schulungsprogramm zu entwickeln und umzusetzen.

Veränderungen wird es aber auch in den Vereinsstrukturen und Zielen geben. Das Konzept soll von Pädagogen in Hinblick auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bewertet werden. Um zu sichern, dass die angestrebten Veränderungen rasch, umfassend und dauerhaft umgesetzt werden, wird ein „Aufpasser-Gremium“ eingesetzt, ein Begleitbeirat, bestehend aus sechs Personen: Die Verwaltung hat dafür bereits den Jugenddezernenten Andreas Ruhl benannt, der Jugendhilfeausschuss Regina Dorfmann. Als Fachkraft aus den Reihen der freien Träger wird Sozialarbeiter Matthias Glüer vom Bauspielplatz mitarbeiten, der vierte Offizielle wird vom zuständigen Ortsbeirat benannt. Der Verein „Power for Kids“ verpflichtet sich, zwei Koordinatoren in den Beirat zu entsenden.

 

Weiterer Vorwurf gegen verurteilten Peter B.

Kommt noch ein weiterer Fall von Kindesmissbrauch durch Peter B. im Verein „Power for Kids“ ans Licht? Der CDU-Stadtvertreter Georg Christian Riedel berichtete in der Sitzung der Stadtvertretung am Montagabend von einem weiteren Missbrauchsvorwurf, der in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates Mueßer Holz Mitte März von einer Frau geäußert worden sein soll.

Nach Recherchen unserer Redaktion sind die Vorwürfe nicht neu. Sie werden von erfahrenen Jugend- und Sozialarbeitern als kaum nachprüfbar bewertet. Die Beweislage sei vor allem deshalb sehr schwierig, da die genannten Taten schon mehr als 15 Jahre her seien und das mutmaßliche Opfer nicht mehr lebe.

Ungeachtet dessen soll die Staatsanwaltschaft aber bereits involviert sein, eine Anzeige vorliegen und die Aussagen der Frau in das staatsanwaltliche Verfahren, gegen Peter B., in dem Rechtsanwältin Christine Habetha die Opfer vertritt, eingeflossen sein.

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