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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. Oktober 2017 | 04:32 Uhr

Achtung : Post vom Gericht nicht ignorieren

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verbraucherzentrale rät zur Sorgfalt bei Mahn- und Vollstreckungsbescheiden: Betroffene sollten falschen Forderungen stets widersprechen

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Wer einen Mahnbescheid oder gar einen Vollstreckungsbescheid vom Amtsgericht bekommt, der sollte ihn nicht einfach achtlos in den Papierkorb werfen, nur weil ihm die Forderung unberechtigt erscheint. „Betroffene sind gut beraten, solchen Bescheiden umgehend zu widersprechen“, empfiehlt die Sprecherin der Schweriner Verbraucherzentrale, Cornelia Nagel. Sonst könne es unter Umständen teuer werden.

In jüngster Zeit häuften sich in der Verbraucherzentrale in der Dr.-Külz-Straße jene Fälle, in denen es um gerichtliche Bescheide gehe, berichtet Nagel. Betroffen seien sowohl ältere wie jüngere Leute. Handy-Gebühren oder auch Kosten für eine Partnerschaftsvermittlung würden zum Beispiel eingefordert. Mal seien die Forderungen berechtigt, mal nicht, schildert Nagel. Berechtigte Forderungen sollten natürlich beglichen werden, so ihr Rat. Wer allerdings meine, er könne unberechtigte Forderungen, die per Mahn- oder Vollstreckungsbescheid angezeigt würden, einfach ignorieren, der irre, betont die Sprecherin der Verbraucherzentrale. Denn: „Das Gericht prüft nicht, ob eine Forderung berechtigt ist oder nicht.“

Wer einem Mahn- oder Vollstreckungsbescheid nicht widerspreche, der habe es – ob berechtigt oder nicht – bald mit einem so genannten vollstreckbarem Titel zu tun, gegen den es nur sehr eingeschränkte juristische Möglichkeiten gäbe.

Konsequenz: Irgendwann stehe der Gerichtsvollzieher vor der Tür.

Was also tun? Jeder, der glaube, dass er durch ein Mahn- oder Vollstreckungsbescheid zu unrecht belangt werde, sollte unbedingt die Fristen für einen Widerspruch nutzen, unterstreicht Nagel. Zwei Wochen bei einem Mahn- und vier Wochen bei einem Vollstreckungsbescheid. Dabei müsse der Widerspruch nicht begründet werden, Datum und Unterschrift auf dem Vordruck genügten. Anderenfalls, so die Sprecherin der Verbraucherzentrale, könnten aus einer kleinen Forderung von vielleicht 30 oder 40 Euro schnell mehrere hundert Euro werden – durch Gerichtskosten, Zinsen und Gebühren. „So entstehen Schulden, die nicht sein müssten“, warnt Nagel.

 

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