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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. September 2017 | 04:43 Uhr

Schweriner Sammler : Post aus dem Weltall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“: Eberhard Rödel ist vom Raumfahrt-Fieber gepackt und gibt sein Wissen gerne weiter

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2017 | 11:45 Uhr

Astronauten, Kosmonauten, Raumfahrzeuge, Satelliten – Eberhard Rödel interessiert sich für alles, was mit dem Weltall und der Raumfahrt zu tun hat. Briefmarken, Zeitungsartikel, Bücher, Ersttagsbriefe – es gibt nichts zu den Themen, was er nicht hat. Für die SVZ-Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“ zeigt er seine Schätze.

Der Start von Sputnik I, des ersten Satelliten, veränderte 1957 das Leben von Eberhard Rödel. „Ich habe zwar als Kind alles gesammelt, aber meine Mutter bat mich irgendwann, mich für eine Sache zu entscheiden“, erzählt er. Es wurden in Erinnerung an den Vater, der ebenfalls die Postwertzeichen sammelte, die Briefmarken. Das war 1952. Fünf Jahre später entdeckte Rödel mit dem Start der Sputnik I dann auch ein besonderes Sammelgebiet für sich: die Raumfahrt. „Ich begann eifrig, alle Marken zur Thematik Weltraum zu sammeln.“ Mehr als 100 000 Briefmarken sind seitdem zusammengekommen.

Doch es blieb nicht bei Briefmarken, der Schweriner war vom Weltraum-Fieber gepackt. So sammelt er Zeitungsartikel zum Thema, die er digitalisiert, Papierbögen mit Motiven aus der Raumfahrt und der Astronomie, sowie bisher mehr als 300 Bücher mit wissenschaftlicher und utopischer Literatur zum Thema Kosmos, darunter auch die Zeitschrift des ersten deutschen Vereins für Raumschifffahrt. So konnte er sich in den vergangenen Jahrzehnten ein umfassendes Wissen aneignen. „Man braucht ein exaktes Hintergrundwissen, um das Thema fehlerfrei zu bearbeiten“, so Rödel. Als Autor für das Fachmagazin „Raumfahrt Concret“ und des Buches „Sputnik – Aufbruch ins All“ gibt er seine Kenntnisse weiter. Auch Vorträge hält er – immer unter dem Thema „Raumfahrt zum Anfassen“. „Ich möchte einfach, dass die Menschen eine gute Beziehung zu der Kosmos-Thematik aufbauen.“

Dieses Wissen und die neugewonnen Freundschaften machen für den Diplom- und Fachingenieur die Faszination seiner Sammelleidenschaft aus. „Ich treffe unterschiedliche Menschen wie Professoren, aber auch ehemalige Astronauten und Kosmonauten“, erzählt er. Denn seit 1998 fährt er jedes Jahr zum Tag der Raumfahrt nach Neubrandenburg, arbeitet mittlerweile in der Tagungsleitung mit. Dort betreut er die Raumfahrer, Wissenschaftler und andere Gäste wie den sowjetischen Kosmonauten German Titov. „Durch mein Studium in Leningrad spreche ich Russisch“, sagt Rödel und freut sich, dass er viele der Raumfahrer duzen darf und so auch mal außergewöhnliche Dinge erfährt. Außerdem nutzt er die Gelegenheit und sammelt Autogramme der Raumfahrer. Mehr als 50 Unterschriften auf Briefen hat er schon gesammelt.

Neben den Briefmarken und der vielen Literatur füllen auch Ersttagsbriefe, Plusbriefe, Postkarten und Briefe zahlreiche Ordner des 74-Jährigen. „Die Anzahl hat die 10 000 bestimmt längst überschritten“, erzählt er und zeigt stolz den Umschlag der chinesischen Post sowie die von ihm initiierte und entworfene Briefmarke nebst Stempel und Ersttagsbrief des Nordkuriers zum 50. Jahrestag von Juri Gagarins Flug ins All. „In diesem Jahr ist Sputnik I als Motiv dran.“ Auch auf acht Briefe ist Eberhard Rödel sehr stolz. „Die waren alle oben im All, das zeigen die Stempel.“

Was mit einem Satelliten angefangen hat, hat sich für Eberhard Rödel zu einer echten Leidenschaft entwickelt. Und die umfangreiche Sammlung wird stetig ergänzt – von Vereinen, anderen Sammlern, Freunden und Bekannten, die das Material per Post schicken. Der Schweriner hat noch lange nicht genug vom Weltall.

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