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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 04:26 Uhr

Konzert : Posaunen auf dem Wasser

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Musiker der Kirchengemeinde sorgten für stimmungsvollen Abend am Crivitzer See

Von „Seht die helle Sonne“ bis „Der Mond ist aufgegangen“ reichte das Liedprogramm, das der Posaunenchor der Kirchengemeinden Crivitz unzähligen Zuhörern bei einem Freiluftkonzert am Donnerstag bot. Das besondere an diesem stimmungsvollen Abend: Die Musiker spielten eine halbe Stunde lang auf dem See, die Zuhörer standen am Ufer und lauschten den Chorälen und Volksliedern. In jeder Pause brandete Applaus auf. Sehr zur Freude der 13 Musiker, deren „Bühne“ auf dem Wasser bestand aus drei zusammengezurrten Booten.

„Ich war wohl schon an die 50-mal bei so einem Posaunenkonzert auf dem See dabei“, erzählt Helmuth Schröder. Das kann Edelgard Hesse gar nicht fassen. „Ich habe erst jetzt das erste Mal davon gehört. Und bin überrascht und begeistert“, so die alteingesessene Crivitzerin. Doch Helmuth Schröder kann das aufklären: Erstmals in der langjährigen Tradition hat der Posauenenchor das Konzert auf dem Wasser öffentlich angekündigt und Zuhörer eingeladen. In den Vergangenheit hatten sich die Musiker immer spontan dazu entschieden, einmal im Jahr aufs Wasser rauszufahren und dort gemeinsam zu spielen.

Zum allerersten Mal soll das in der Nachkriegszeit erfolgt sein, so Schröder. Damals war Hermann Petersen Pastor in Crivitz. Er hatte ein Faible für Kirchenmusik, fuhr auch allein auf den See hinaus, so dass sich die Klänge der Kirchenlieder verbreiten konnten. Zudem trug er den Ehrennamen Posaunen-Propst.

Heute steht der Crivitzer Posaunenchor unter der Leitung von Titus Dann. Er und ein Dutzend Hobbymusiker wagten sich am Donnerstag hinaus auf den See. Und nicht alle spielen Posaune, auch Trompete, Hörner, Saxophon und Tuba waren vertreten. Emil Ole Krämer war mit 13 Jahren der Junior in der Runde, Reinhard Dietze mit 70 Jahren der Senior. Für eine Hand voll aus der Truppe war es zudem das erste Konzert auf dem Wasser. Für diesen besonderen Auftritt hatten sich die Musiker sowohl bekannte Choräle als auch Volkslieder aus ihrem Repertoire ausgesucht und eine Stunde vor dem Ablegen nochmals geprobt.

Die Vorbereitungen begannen aber schon deutlich früher. „Wir hatten uns den Wetterbericht angeguckt und den Termin festgelegt“, erzählt Titus Dann. Alles hat bestens geklappt. Der See lag an Donnerstagabend ruhig da, keine Welle weit und breit. Dafür Sonnenschein am Westhimmel und der zunehmende Mond über dem Krankenhaus – eine Bilderbuch-Atmosphäre. Und dann noch die Musik. Doch während die Musiker auf dem Wasser froh waren, dass sich kaum ein laues Lüftchen rührte, waren die Zuhörer am Ufer über jeden Windstoß dankbar. Dann war die Musik deutlicher zu hören, erzählten sie hinterher. Die Crivitzer wünschen sich auch eine Wiederholung, bei der dann auch Handzettel mit den Texten der gespielten Stücke verteilt werden, damit sie mitsingen können.

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