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Zeitung für die Landeshauptstadt

13. Dezember 2017 | 08:34 Uhr

Schwerin : Poller-Ärger in der Fußgängerzone

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Autofahrer beklagen, dass sie ihre angestammten Parkplätze in Schwerin nicht mehr erreichen

svz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 20:50 Uhr

Viele Autofahrer sind sauer auf die Stadtverwaltung. Der Grund: Seit einiger Zeit ist die Fußgängerzone in der Innenstadt zwischen 10 und 18 Uhr mit Autos nicht mehr zu erreichen – die Poller sind oben. Die Folge: Wer bisher tagsüber zum Parken in Nebenstraßen oder auf Höfe fuhr, kann das nicht mehr. (SVZ berichtete)

So erging es einem Ehepaar, das in einen Neubau in die Mecklenburgstraße gezogen ist. Es war davon ausgegangen, dass es einen Stellplatz auf dem Hof des Hauses nutzen und jederzeit vom Gehöft fahren kann. Weil das wegen der Poller nicht mehr geht, hatten sich die Eheleute mit einer Petition an den Stadtpräsidenten gewandt. Denn der Mann ist in seiner Mobilität eingeschränkt, kann nicht zu irgendeinem weit entfernten Parkplatz laufen. Er bat deshalb um eine Ausnahmegenehmigung. Doch die lehnten sowohl die Stadtverwaltung als auch der Hauptausschuss einstimmig ab. „Wenn wir eine Ausnahmegenehmigung erteilen, brechen alle Dämme und es wollen viele genauso behandelt werden“, sagte Oberbürgemeisterin Angelika Gramkow. Außerdem sei seit 1999 bekannt, dass in der Fußgängerzone Autos nur zu bestimmten Zeiten fahren dürfen. So stand es auch in der Baugenehmigung für den Neubau in der Mecklenburgstraße. Nur ist diese Information auf dem Wege vom Investor über die Hausverwaltung, die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS), zum Mieter verloren gegangen.

Der Fall ist nicht der einzige, der für Ärger sorgt. „Wir haben eine Vielzahl von Beschwerden“, so Baudezernent Bernd Nottebaum. „Die kommen vor allem von den Nutzern des Hofes neben der Schauburg.“ Doch die dortigen Stellplätze sind nach Nottebaums Aussage illegal. „Dafür gibt es bisher aber gar keine Baugenehmigung.“

Das Thema wird die Stadtverwaltung wohl noch längere Zeit beschäftigen. „Einige Betroffene haben sich bereits an den Bürgerbeauftragten des Landes gewandt“, teilte Angelika Gramkow mit. Doch sie will hart bleiben. „Jegliche Form von Ausnahmen widerspricht dem eigentlichen Sinn einer Fußgängerzone und beeinträchtigt in erheblichem Maße deren Schutzwürdigkeit und Funktionalität. Neben den widmungsrechtlichen Schranken würden derartige Ausnahmegenehmigungen zudem den Gleichheitsgrundsatz verletzen und wären durch das Pollersystem auch wenig praxistauglich“, so heißt es in der Begründung der Verwaltung.

Dem schwerbehinderten Mann aus der Mecklenburgstraße soll aber trotzdem geholfen werden. Gleich um die Ecke, in der Geschwister-Scholl-Straße, könnte er sein Auto auf einem Schwerbehindertenparkplatz abstellen. Dazu will ihn die Verwaltung beraten, wenn es gewünscht wird.



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