Einsatz im Stadtteil : Polizistin auf zwei Rädern

Mit dem Fahrrad im Einsatz: „Auf dem Rad bin ich den Menschen näher als im Auto“, sagt Polizistin Claudia Horn.
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Mit dem Fahrrad im Einsatz: „Auf dem Rad bin ich den Menschen näher als im Auto“, sagt Polizistin Claudia Horn.

Kontaktbereichsbeamtin Claudia Horn ist mit dem Fahrrad in Zippendorf und Neu Zippendorf unterwegs

svz.de von
14. Juli 2014, 12:00 Uhr

Ein Blaulicht hat Claudia Horn nicht an ihrem Fahrrad. „Wenn es schnell gehen muss, rufe ich tatütata“, sagt die Polizeihauptmeisterin mit einem Augenzwinkern. Die 38-Jährige ist als Kontaktbereichsbeamtin (KOB) in Neu Zippendorf, in Zippendorf, im Schlossgarten-Viertel und in Stern Buchholz unterwegs. Um von A nach B zu kommen, setzt sich Claudia Horn am liebsten auf ein Fahrrad. „Bei Sonnenschein gibt es nichts Schöneres.“

Seit Anfang der 90er-Jahre ist Claudia Horn bei der Polizei, arbeitete im Streifendienst und in der Leitstelle. Vor gut einem Jahr übernahm sie den Job als Kontaktbereichsbeamtin. „Ich mag die regelmäßigen Gespräche mit den Bürgern, kann mir als KOB die Arbeit selbst einteilen“, erklärt Horn. Immer nur am Schreibtisch sitzen, das könne sie nicht.

Als Kontaktbereichsbeamtin hält Claudia Horn die Verbindung zu den Menschen in den Stadtteilen, für die sie zuständig ist, spricht mit dem Mann am Kiosk genauso wie mit den Bewohnern aus dem Seniorenheim. Auf dem Fahrrad sei sie den Bürgern näher als in einem Auto, betont Claudia Horn.

Die 38-Jährige hat ein offenes Ohr für die Probleme der Jugendlichen aus den Treffs, berät aber auch ältere Menschen, wie sich sich vor Betrügern schützen können, ermittelt den Aufenthaltsort von Leuten, gegen die ein Haftbefehl vorliegt. Bei ihren Touren auf dem Franzosenweg etwa achtet die Polizistin auch mit darauf, dass sich die Hundebesitzer an die Leinenpflicht halten. „Es ist die große Vielfalt der Aufgaben, die ich an der Tätigkeit als Kontaktbereichsbeamtin so schätze“, unterstreicht die Polizistin, die natürlich auch bei der Suche nach Vermissten hilft und einen Unfall aufnimmt, wenn sie in der Nähe ist.

Für ihren Job nutzt Claudia Horn ein ganz normales Fahrrad mit handelsüblicher Ausstattung. „Auch ich muss aufpassen, wenn ich beispielsweise über Schienen fahre“, berichtet sie. Ausgerüstet ist die Polizeihauptmeisterin mit Helm und Sonnenbrille – aber auch mit Pistole und Funkgerät.

Wenn sie gefragt wird, warum sie sich für ein Fahrrad als Dienstfahrzeug entschieden hat, ist Claudia Horn nicht um eine Antwort verlegen. „Die Polizei muss Sprit sparen“, reagiert sie schlagfertig und mit einem Lächeln. Angesprochen wird die Polizistin häufig, wenn sie ihren großen Beritt durchquert. „Ein Polizeibeamter auf einem Fahrrad ist immer noch etwas Besonderes.“ Doch die Reaktionen der Bürger seien durchweg positiv.

15 bis 20 Kilometer legt Claudia Horn in jeder Schicht zurück, von 6.30 Uhr bis zum späten Nachmittag ist sie unterwegs. Die körperliche Beanspruchung mache ihr nichts aus, versichert die Polizeibeamtin. „Ich liebe doch meinen Beruf.“ Und auch der Sport gehöre zu ihrem Leben. So suche sie auch nach Feierabend immer noch Bewegung. „Meistens drehe ich dann noch eine Runde mit dem Rad…“

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