Verkehr in Schwerin : Polizei stoppt radelnde Radler

 Kontrolle in der Fußgängerzone: Die Polizeibeamten Helmut Geese, Dörte Wetzel und Olaf Helms (v.l.) überprüfen die Personalien einer Radfahrerin.
Kontrolle in der Fußgängerzone: Die Polizeibeamten Helmut Geese, Dörte Wetzel und Olaf Helms (v.l.) überprüfen die Personalien einer Radfahrerin.

Alle Jahre wieder: Sommeregelung in der Fußgängerzone wird längst nicht von allen Pedalrittern befolgt - ADFC fordert Alternativweg

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12. Juni 2016, 21:00 Uhr

Fahrradkontrolle in der Fußgängerzone: Eine Radlerin rollt in der Mittagszeit direkt auf Polizeihauptmeisterin Dörte Wetzel und ihre Kollegen Helmut Geese und Olaf Helms zu. Die Radfahrerin steigt ab. Sie weiß schon, was ihr nun blüht: 15 Euro Verwarngeld, weil sie sich nicht an das Fahrverbot zwischen 10 und 18 Uhr gehalten hat. „Es sind aber längst nicht alle angehaltenen Radfahrer so einsichtig und zahlen anstandslos das Verwarngeld“, sagt Wetzel. Manche Radler übten zum Beispiel auch Kritik an der Ausschilderung.

Seit Anfang Mai gilt in der City wieder die Sommerregelung für Radfahrer, die für mehr Verkehrssicherheit sorgen und besonders Fußgänger schützen soll. Bis Ende September dürfen Pedalritter die Mecklenburgstraße zwischen Schlossstraße und Pfaffenteich, die Puschkinstraße zwischen Schlossstraße und Markt,
die Helenenstraße und die Schmiedestraße zwischen 10 und 18 Uhr nicht befahren. Die Mecklenburgstraße zwischen Geschwister-Scholl-Straße und Schlossstraße und die Schlossstraße selbst können genutzt werden – mit Schrittgeschwindigkeit.

Etwa 20-mal hat die Polizei in den zurückliegenden Wochen die Einhaltung des Verbots schon kontrolliert. „Wir haben insgesamt 20 Verwarngelder ausgesprochen“, sagt der Leiter des Schweriner Polizeihauptreviers, Michael Erhart. Aber er weiß auch, die Zahl der Radfahrer, die sich nicht an die Spielregeln halten, ist in Wirklichkeit größer.

So wird bereits wieder die Forderung nach verstärkten Kontrollen erhoben – auch in unserer Umfrage. Doch die personellen Ressourcen der Polizei seien begrenzt, sagt Erhart. „Wir werden aber weiterhin tun, was in unseren Kräften steht.“ Einen Unfallschwerpunkt stelle die Mecklenburgstraße jedoch auf keinen Fall dar, versichert der Revierleiter.

Und was sagt die Stadt? „Wir führen keine Statistik über die Situation in der Fußgängerzone“, erklärt Sprecherin Michaela Christen. Die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes hätten bei ihren Streifengängen zwar ein Auge auf die Radler, seien aber nicht berechtigt, Radfahrer vom Drahtesel zu holen.

Für eine größere gegenseitige Rücksichtnahme plädiert einmal mehr der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Schwerin. Entschärft werden könne die Lage in der Fußgängerzone durch einen Alternativweg für Radler, etwa durch die Buschstraße, sagt ADFC- Vorsitzender Volker Schulz.

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