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Sicherheit in Schwerin : Polizei hält an ihrem Konzept fest

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach erneuten Schlägereien auf dem Marienplatz wollen die Beamten ihre Strategie nicht ändern – bis die Videoüberwachung kommt

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Auf dem Marienplatz ist es am Mittwochnachmittag fast so wie immer: Junge Familien schieben ihre Kinderwagen über den Platz, einige Rentner sitzen auf den Bänken und andere bringen ihre Einkaufstüten nach Hause. Und doch fehlt etwas: Die Polizei lässt sich nicht blicken – trotz ihres selbst auferlegten Präsenz-Konzeptes. Das sei jedoch nicht immer so, erzählt der Besitzer eines Tabakladens vor Ort: „Die Polizei ist täglich hier. Es lässt sich allerdings nicht genau sagen, wann. Die Zeiten sind komplett unterschiedlich.“

Viele SVZ-Leser wünschen mehr Präsenz, denn: Gleich mehrfach flogen am Wochenende in der Nähe des Marienplatzes die Fäuste. In der Nacht zu Sonnabend hatten drei Syrer fünf Deutsche vor dem Capitol angegriffen, einige Stunden später verprügelten zwei Jugendliche einen Schweriner und am Sonntag Nachmittag gingen zwei Syrer im Alter von 18 und 30 Jahren aufeinander los.

„Die Vorfälle ärgern uns ungemein, da es die vergangenen Monate ziemlich ruhig war“, sagt Polizeisprecher Steffen Salow. Seine Kollegen seien täglich vor Ort und meistens auch schnell dort, wo etwas passiere. „Wir können leider nur reagieren. Das ist unser Problem: Gründe für faustreiche Auseinandersetzungen gibt es viele – Alkohol, private Vorfälle oder Meinungsverschiedenheiten, um nur ein paar zu nennen.“ Besonders auffällig sei, dass die Schläger in der Nacht zuschlagen würden. „Genau dann, wenn die Beamten sowieso nicht auf dem Marienplatz patrouillieren“, erklärt Salow.

Die Videoüberwachung, die von der Stadtvertretung Anfang des Jahres beschlossen wurde, bleibt bis auf weiteres außen vor: Technische Probleme verhindern einen Einsatz, das Polizeipräsidium Rostock setzt das kommende Jahr als Termin für die Installation von Kameras an. Bis dahin hofft nicht nur Salow, sondern auch der Besitzer des Tabakladens, dass die Polizei den Schlägern Einhalt gebieten kann. „Sonst müssen wir uns in Zukunft auf noch mehr Schlägereien einstellen.“

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