Helios-Service-Kräfte fordern mehr Geld : Politiker machen Druck auf Helios

Mit lauten Pfiffen und Sprechchören demonstrieren die Service-Mitarbeiter seit Wochen für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Reinhard Klawitter
Mit lauten Pfiffen und Sprechchören demonstrieren die Service-Mitarbeiter seit Wochen für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Reinhard Klawitter

Service-Kräfte demonstrierten gestern vor dem Helios-Krankenhaus in Schwerin für mehr Lohn. Der Konzern lehnt es bislang aber ab, in Verhandlungen einzutreten. Nun schalten sich die Politiker der Landeshauptstadt ein.

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04. September 2012, 08:00 Uhr

Lewenberg | Während mehr als hundert Service-Mitarbeiter gestern vor dem Helios-Krankenhaus wieder lautstark für mehr Lohn demonstrierten, mischt sich die Stadtpolitik ein. Die Mehrheit der Stadtvertreter solidarisierte sich am Montagabend per Beschluss mit den Angestellten der Kliniken. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di fordert für die rund 650 Mitarbeiter der Helios Service Nord GmbH einen Haustarifvertrag, in dem vor allem höhere Löhne geregelt werden sollen. So müsse der Einstiegslohn von jetzt 6,39 Euro auf 10 Euro steigen, sagte Fachbereichssekretärin Diana Markiwitz. Der Konzern lehnt es bislang ab, in Verhandlungen einzutreten.

"Die Heuschrecken der Konzern-Zentrale lassen ihre Beschäftigten aushungern", argumentierte Daniel Meslien, Chef der SPD-Grüne-Fraktion. Etwas sensibler formulierte es Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow: "Wir wollen nur unsere Solidarität zeigen." Schließlich seien gerade die Service-Mitarbeiter für das Wohl der Patienten zuständig.

Die Fraktionen von CDU/FDP und die Unabhängigen Bürger enthielten sich ihrer Stimmen. Auch sie gönnen den Streikenden mehr Geld, allerdings "dürfen wir uns als Stadtpolitiker nicht dabei einmischen, was die Tarifpartner unter sich verhandeln", sagte CDU/FDP-Fraktionschef Sebastian Ehlers. "Als Person bin ich für mehr Lohn, in meiner Funktion als Stadtvertreterin habe ich keine Befugnis, einzugreifen", schloss sich Sabine Bank von den Unabhängigen Bürgern der Aussage an.

"Wir sind aber keine Retter der Enterbten", erklärte der parteilose Stadtvertreter Manfred Strauß. Außerdem finde er es verwunderlich, dass die Triebkraft für den Verkauf des Klinikums damals von der SPD ausgegangen sei.

Die Beschäftigten der Service-Gesellschaft sind in Küche, Reinigung, Lager, Hol- und Bringedienst tätig. Die Gewerkschaft verlangt zu dem Mindestlohn einen Manteltarifvertrag, der Arbeitszeiten, Zuschläge, Überstunden und Sonderzahlungen regelt. Derzeit erhalten laut Markiwitz Teilzeitbeschäftigte nur einen Zuschlag für Überstunden, wenn sie die Wochenstundenzahl eines Vollzeitbeschäftigten überschreiten. "Überstunden sind die Regel", sagte Markiwitz.

Es müsse verhindert werden, das Helios die Servicegesellschaft in kleinere Strukturen zerschlägt, denn das würde Verhandlungen zu einem Haustarifvertrag erschweren, sagte Henning Förster, Linke-Vize-Fraktionschef. Das Arbeitsgericht hatte vor mehr als einer Woche eine solche Aufspaltung untersagt (SVZ berichtete).

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