Entwicklung der Waisengärten am Montag Thema der Stadtvertreter : Politik entscheidet über Bebauung

Das ehemalige Polizeigelände Amtstraße ist bereits beräumt. Mit der Bestätigung des Masterplanes können die Stadtvertreter am Montag auch den Weg frei machen für die Entwicklung der Flächen der Waisengärten auf der Schwaneninsel.Rainer Cordes
Das ehemalige Polizeigelände Amtstraße ist bereits beräumt. Mit der Bestätigung des Masterplanes können die Stadtvertreter am Montag auch den Weg frei machen für die Entwicklung der Flächen der Waisengärten auf der Schwaneninsel.Rainer Cordes

Nächsten Montag können die Schweriner Stadtvertreter auf ihrer Beratung einen Schlussstrich unter eine andauernde Debatte ziehen: die Beschlussvorlage zur Entwicklung der Waisengärten wird zur Abstimmung vorgelegt.

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12. November 2010, 07:58 Uhr

Schwerin | Am kommenden Montag von 17 Uhr an können die Schweriner Stadtvertreter auf ihrer öffentlichen Beratung im Rathaus einen Schlussstrich unter eine mehr als 13 Jahre andauernde Debatte ziehen: Ihnen wird die Beschlussvorlage zur Entwicklung der Waisengärten zur Abstimmung vorgelegt. Im Vorfeld war die Vorlage bereits in den Fachausschüssen der Stadtvertretung umfassend diskutiert worden. Zuvor hatte bereits eine Projektgruppe aus allen beteiligten Akteuren dem Masterplan zugestimmt, darunter Vertreter der Bürgerinitiative, des Ortsbeirates Werdervorstadt, der Kleingarten- und Wassersportvereine, der Vereine Pro Schwerin und Lokale Agenda 21 sowie Vertreter der Architektenkammer, der IHK Schwerin und des Bundes Deutscher Architekten (wir berichteten).

Robert Erdmann, Geschäftsführer der LGE Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern GmbH, die Eigentümerin der Fläche ist, erklärt, warum nach mehreren gescheiterten Investoren zur Bebauung des einstigen, im Kirchenbesitz befindlichen Areals sein Unternehmen einen so aufwändigen Weg nahm: "Wir haben bewusst diesen Weg gewählt, um uns frühzeitig mit Anwohnern, Kleingärtnern und weiteren Beteiligten auszutauschen, ihre Interessen kennen zu lernen und ihre Vorschläge für die Entwicklung des Gebietes aufzunehmen. Dass ein Masterplan mit allen Akteuren vor der B-Planaufstellung diskutiert wird und deren Ergebnisse in die weitere Planung einfließen, ist sicher eine Qualität, die nur wenige Entwicklungsträger leisten. Auch in Zukunft setzen wir auf kritischen Dialog und laden Interessenten, Betroffene und Kritiker zum Gespräch ein."

Momentan nutzen Kleingarten- und Bootshauspächter das Waisengärten-Gelände. Für die Schweriner ist das Gebiet kaum zugänglich. Die Uferzonen nördlich vom Stadthafen am Beutel und am Westufer des Schweriner Sees können nicht betreten werden, die Wege im Gebiet sind verschlungene Pfade, die nicht zum Spazierengehen einladen, die Uferpromenade verläuft ins Nichts. "Genau das wollen wir ändern", sagt Erdmann. "Nach unseren Vorstellungen wird ein offenes, lebendiges Quartier entstehen, das Fußgänger und Radfahrer auf neuen Wegen durchqueren können und mit großzügigen Grünflächen, einer öffentlichen Uferzone und Freizeitmöglichkeiten für Jung und Alt zum Verweilen einlädt." Entstehen sollen bis zu 300 Wohneinheiten in verschiedenen Gebäuden - vom Mehrgeschossbau bis hin zu Stadtvillen. Sollte die Stadtvertretung dem Masterplan zustimmen, befürworten sie zeitgleich einen so genannten Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan. Nach der dann folgenden Erarbeitung des B-Plans und der dazugehörigen Satzung könnten somit im nächsten Jahr die Erschließungsarbeiten im ersten der drei geplanten Bauabschnitte in dem 8,4 Hektar großen Areal beginnen.

Die Sitzung der Stadtvertreter beginnt Montag 17 Uhr im Rathaus. Sie ist öffentlich.

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