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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. Oktober 2017 | 04:42 Uhr

Gysi in Schwerin : Polit-Talk auf dem roten Sofa

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wahlkampfauftakt bei der Linken: Direktkandidat André Walther holt mit Gregor Gysi einen prominenten Unterstützer nach Schwerin

von
erstellt am 07.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Jeans, schwarzes Hemd, die Ärmel hochgeschlagen. Jugendlich und tatkräftig gibt sich André Walther. Beherzt steigt er  auf die Bühne in der Mecklenburgstraße, greift zum Mikrofon, begrüßt die 250 Gäste, die zur Wahlveranstaltung gekommen sind. „Politik trifft Kultur“ lautet das Motto. Walther möchte in den Bundestag – als Direktkandidat der Linken im Wahlkreis 12. Und der 28-jährige Schweriner weiß: Einfach wird es bei der Wahl am 24. September nicht. Gut 22 Prozent schaffte die Partei vor vier Jahren in der Landeshauptstadt. Jede Unterstützung ist willkommen. So hat sich Walther zwei prominente Wahlhelfer eingeladen: Linken-Ikone Gregor Gysi und Erwin Hilbert, ehemaliger Tourmanager von Udo Lindenberg, nehmen Platz auf dem roten Sofa, das mitten auf der Bühne steht. Es wird geplaudert.

Gregor Gysi, eloquent wie immer, auf Wahlkampftour in Mecklenburg, macht den Genossen Mut: „Die Bundestagswahl ist längst noch nicht entschieden“, erklärt der Präsident der Europäischen Linken. Umfragewerte hin oder her. Die Zeit sei schnelllebig, die Bindungen der Bürger zu den Parteien locker. Es lohne sich, um jede Stimme zu kämpfen, sagt Gysi.

André Walther will kämpfen. Seit zwölf Jahren gehört er zur Partei, seit 2009 sitzt der gebürtige Parchimer für die Linke in der Schweriner Stadtvertretung. Er stehe für eine linke Alternative, für eine Politik, die die Interessen gerade auch der jungen Leute ernst nehme, für gleiche Löhne in Ost und West, für faire Renten. „Die herrschende Politik in Berlin bedroht die Zukunft einer ganzen Generation. Ich will nicht, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse von Jung und Alt gegeneinander ausgespielt werden“, sagt Walther mit starken Worten. Der gelernte Kaufmann, der aktuell Wirtschaftsrecht studiert und im Büro von Gregor Gysi mitarbeitet, möchte nicht von oben herab diskutieren, sondern die Gesellschaft bei der Politik mitnehmen. Sein Credo: „Einfach anders“.

Und Themen, für die es sich zu engagieren lohne, gäbe es genug, betont Gysi. In den Chefetagen der großen Unternehmen seien Ostdeutsche noch immer in der Minderheit, prekäre Beschäftigung habe dramatisch zugenommen, in der Innen- wie in der Außenpolitik fehle es an Orientierung. Gysi sei klar und strukturiert, sagt eine junge Frau, die ein Selfie mit dem Politiker macht. Überhaupt hat der 69-Jährige ein Heimspiel in der Mecklenburgstraße. Aufmerksam lauscht das Publikum seinen Worten. Ein ruhiger Tag für Personenschützer und Polizei.

Und Erwin Hilbert? Der frühere Tourmanager hat einen guten Rat für die Politiker: „Die Köpfe wenden sich im Wind der Politik. Wenn ihr die Wahlen gewinnen wollt, dann müsst ihr die Herzen der Menschen erreichen.“ Er solle übrigens auch noch schön grüßen, sagt Hilbert – von Udo.

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