Grenzenlose Hilfe : Polin trägt deutsche Polizeiuniform

Am Polizeiauto: Schwerins Revierleiter Michael Erhart ist mit seiner neuen Mitarbeiterin Aldona Resiak sehr zufrieden.
Am Polizeiauto: Schwerins Revierleiter Michael Erhart ist mit seiner neuen Mitarbeiterin Aldona Resiak sehr zufrieden.

Aldona Resiak arbeitet seit Jahresbeginn im Schweriner Revier – 37-Jährige kam der Liebe wegen in die Landeshauptstadt

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10. Januar 2016, 14:00 Uhr

„Ich bin Polizistin geworden, um anderen Menschen zu helfen“, sagt Aldona Resiak. Das Besondere: Mehrere Jahre lang trug die Polin die Uniform ihres Heimatlandes, nun die deutsche. Die 37-Jährige bewarb sich im vergangenen Jahr auf eine Ausschreibung der Landespolizei von Mecklenburg-Vorpommern. Gesucht wurden Beamte für den grenznahen Bereich. Aber Aldona Resiak zog es weiter ins Land – nach Schwerin. „Mein Mann ist Schweriner“, verrät sie.

Nach Praktikum und dreimonatiger Ausbildung an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow arbeitet Aldona Resiak seit Jahresbeginn im Schweriner Revier – im Streifendienst. Mit einem erfahrenen Beamten ist sie auf den Straßen der Landeshauptstadt unterwegs, kümmert sich um die verschiedenen Aufgaben der Schutzpolizei, nimmt Anzeigen auf. „Die Kollegen sind sehr nett und helfen mir“, berichtet die Polizeimeisterin, die sich in Schwerin rundherum wohlfühlt. „Schwerin ist wirklich eine wunderschöne Stadt.“

Warum spricht Aldona Resiak so gut Deutsch? „Ich mag die deutsche Sprache“, erklärt sie. In der Schule habe sie Deutsch gelernt und später auch ein Jahr in der Bundesrepublik studiert – Geografie im hessischen Gießen. Zur Polizei sei sie schließlich auch gekommen, weil Familienmitglieder bei den polnischen Ordnungshütern beschäftigt seien. Zu Hause ist Aldona Resiak in Radom, eine Stunde Autofahrt südlich von Warschau gelegen.

Ihre perfekten Sprachkenntnisse konnte Aldona Resiak beim Polizeidienst in Deutschland auch schon einsetzen – als Dolmetscherin bei einem Unfall, in den ein Lkw-Fahrer aus Polen verwickelt war. „Der Mann war sehr froh, als er seine Sicht der Dinge auf Polnisch darlegen konnte“, erzählt Aldona Resiak.

Schwerins Revierleiter Michael Erhart ist sehr zufrieden mit seiner neuen Mitarbeiterin. „Aldona Resiak hat sich bei uns schon sehr gut eingelebt“, sagt er. Eine so sprachbegabte Kollegin in den eigenen Reihen zu wissen, sei sehr beruhigend.

So ist Aldona Resiak auch am heutigen Sonnabend zum Dienst eingeteilt, wenn in der Schweriner Sport- und Kongresshalle ein großes Fußballturnier stattfindet. Unter den Teilnehmern: eine Mannschaft aus Polen.

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