Jamel : Plötzlich war es eine ganze Herde

Es ist der erste Shetland-Nachwuchs auf dem Hof von Sabine und Susanna Firnhaber (r.) in Jamel. Die kleinen Böcke haben auch bereits Namen: Fjell heißt der schwarze, Finlay der braune. Sie sind erst wenige Tage alt.
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Es ist der erste Shetland-Nachwuchs auf dem Hof von Sabine und Susanna Firnhaber (r.) in Jamel. Die kleinen Böcke haben auch bereits Namen: Fjell heißt der schwarze, Finlay der braune. Sie sind erst wenige Tage alt.

Sabine und Susanna Firnhaber gehören zum kleinen Kreis der Shetlandschaf-Züchter in Deutschland – es gibt sogar schon erste Lämmer

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15. Mai 2018, 12:00 Uhr

Auf den ersten Blick erinnern sie an kleine Ziegen. Doch die Lämmer auf dem Arm von Susanna und Sabine Firnhaber sind Shetland-Schafe. Sie sind deutlich kleiner als gewöhnliche Schaflämmer, aufgeweckt und eigensinnig. Sie gehören zu den 24 neuen Bewohnern der kleinen Schäferei in Jamel.

Firnhabers haben sich jüngst für die neue Rasse entschieden. Eigentlich wollten sie nur einen neuen Bock. „Wir haben einen Koburger-Shropshire-Mix namens Rachel. Sie ist für die anderen Böcke zu klein“, erklärt Sabine Firnhaber. So begab sie sich auf die Suche nach einem passenden Partner für Rachel. Island-Schafe hatte sie ins Auge gefasst. „Die sind schwer zu bekommen. Nur durch Zufall bin ich bei den Shetland-Schafen gelandet“, erzählt sie. Und als der erste Bock in Schleswig-Holstein gefunden war, stand plötzlich eine ganze Herde zum Verkauf. „Wir fanden sie dann doch ganz schmuck und haben alle genommen. So tun wir auch gleich etwas zur Erhaltung dieser seltenen Rasse“, sagt Susanna Firnhaber. Bislang gibt es nur drei Herdbuchzüchter in Deutschland. Die Zucht von Astrid-Reiche aus Stocksee bei Plön führen Firnhabers weiter.

Der erste Nachwuchs ist schon da, insgesamt vier Shetland-Lämmer. Alle mit verschiedenen Mustern. Insgesamt gibt es 11 Hauptfarben und 30 verschiedene Zeichnungen mit eigenen Namen. Umso gespannter sind Susanna und Sabine Firnhaber auf die nächsten Neuzugänge: Ein Lamm werde in den kommenden Tagen geboren und im August würden noch weitere fünf oder sechs dazukommen. „Schon die Lämmer haben eine ganz feine Wolle. Bei den ausgewachsenen Tieren ist die besondere Struktur noch besser zu erkennen“, sagt Sabine Firnhaber und schnappt sich eines der Mutterschafe. In feinen leichten Löckchen sind die Wollhaare angeordnet. Einige Schafe haben bereits kurzes Fell. „Wir haben sie scheren lassen, obwohl das eigentlich nicht nötig ist“, sagt die Schafzüchterin. Die Schafe würden die Wolle von allein verlieren. „Sie lässt sich pflücken. Am Anfang hatten wir Sorge, die Tiere könnten krank sein, als die ersten Büschel Wolle ausfielen“, erzählt sie. Doch ein Blick ins Internet und ein Anruf bei der Vorbesitzerin sorgte für Erleichterung. Noch sammeln die Züchterinnen die Wolle. „Es gibt gelegentlich Anfragen. Aber wir fangen ja auch erst an. Für Experten zählt die Shetlandwolle aber zu den Besten“, weiß Susanna Firnhaber. Besonders imposant seien die Böcke. Ihre gedrehten Hörner können gelegentlich jedoch für Probleme sorgen, erzählt Sabine Firnhaber. Regelmäßig schaut sie deshalb auch dort genau hin. Ein Bock von sieben habe das Problem. Das Horn muss immer wieder gekürzt werden, bevor es zu dicht an den Schädel wächst. „Aber ansonsten sind das sehr robuste Tiere“, betont die Jamelerin. Und auch wenn alle 24 einen Namen haben, so könne es durchaus sein, dass sie auch mal auf dem Teller landen. „Wir haben sie in erster Linie, um zu züchten. Doch es ist wie bei den anderen Rassen, manchmal wird eines geschlachtet“, sagt Susanna Firnhaber. In der kleinen Schäferei sind neben Walliser Schwarznasenschafen auch viele Thüringer Waldziegen zu Hause.


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