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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. Oktober 2017 | 11:47 Uhr

Hilfe : Plötzlich Pflegefall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Team informierte am Thementag „Hilfsmittel“ über vielfältige Möglichkeiten und gibt Rat

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2015 | 23:00 Uhr

Mit Vollgas knallte der Fahranfänger gegen einen Baum. Das Auto: nur noch Schrott. Der Fahrer: Noch am Leben, wenig später die Diagnose querschnittsgelähmt. Gleiche Zeit – anderer Ort: Nachmittags war Oma noch fit. Abends brach sie zusammen und erlitt einen Schlaganfall. Jetzt ist sie bettlägerig und kann nicht mehr für sich selbst sorgen.

Egal ob Jugendlicher oder Senior: Das Thema Pflege kennt kein Alter. Und tritt meist dann ein, wenn man nicht damit rechnet. Genau für diesen Fall gibt es seit zwei Jahren den Pflegestützpunkt Schwerin. Bettina Wahl und Karen Trojan arbeiten beide als Pflegeberaterinnen im Stadthaus. Beauftragt von den Krankenkassen kümmern sie sich gemeinsam mit einer von der Kommune getragenen Sozialberaterin um das Thema Pflege.

Gestern luden die beiden, zusammen mit dem Sanitätshaus MPV, zum Thementag „Hilfsmittel“ in das Stadthaus ein. Die MPV-Mitarbeiter Andres Karow und Jan Kalcher standen den beiden Pflegeberaterinnen dabei mit Rat und Tat zur Seite und informierten die Besucher über die verschiedenen Arten der Hilfe. „Das höchste Ziel ist immer die Eigenständigkeit des Pflegebedürftigen“, erklärte Jan Kalcher. „Viele Hilfsmittel erleichtern die Pflege nicht nur, sondern gleichen ein Handicap fast komplett aus.“ Pflegebetten, die in der Höhe verstellt werden können oder Griffe im sanitären Bereich würden die Hilfe für Bedürftige deutlich erleichtern, so Kalcher.

Doch nicht nur die namensgebenden Hilfsmittel waren Thema beim Informationstag – auch die vielen Fragen, die die Pflegeberaterinnen in ihrem Beratungsdienst zweimal pro Woche beantworten. Wahl und Trojan besuchen ihre Interessierten bei Bedarf auch zu Hause und machen sich vor Ort ein Bild. „Was muss ich jetzt alles beachten? Wie sieht das mit Zuschüssen aus?“ lauten dabei zwei der häufigsten Fragen. Das werde laut Trojan von Fall zu Fall von den Krankenkassen geprüft. „Von bezuschusster Eigenpflege über die Pflege durch Dienstleister oder eine Kombination aus beidem, ist alles möglich“, erläuterte Bettina Wahl. Die Hilfe des Pflegestützpunkts Schwerin, der 2013 ins Leben gerufen wurde, werde gut von den Leuten genutzt. „Seit Januar haben wir 1  700 Kontakte betreut“, zitierte Karen Trojan die Statistik. Ihr Ziel für die Zukunft sei es, so ihre Kollegin Wahl, das bestehende Netzwerk zwischen dem Pflegestützpunkt und zuständigen Institutionen, Organisationen und Einrichtungen weiter auszubauen.

Ob Unfall oder altersbedingt – wenn der Pflegefall eintritt, sind viele Fragen offen. Die Mitarbeiterinnen des Pflegestützpunkts Schwerin helfen weiter.

 

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