Schweriner Zoo : Platz für eine ganze Nashorn-Herde

Gucken statt streicheln: Die Nashornkühe Clara und Karen sind auch bei den Zoomitarbeitern beliebte und gern besuchte Tiere.
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Gucken statt streicheln: Die Nashornkühe Clara und Karen sind auch bei den Zoomitarbeitern beliebte und gern besuchte Tiere.

Start für Erweiterung der Dickhäuter-Anlage im Zoo: Clara, Karen und ein neuer Bulle haben bald Auslauf auf 8000 Quadratmetern

svz.de von
24. November 2015, 21:00 Uhr

Baumfällung statt Spatenstich: Die Erweiterung der Nashornanlage im Schweriner Zoo wurde gestern mit sattem Motorsäge-Sound gestartet. Noch die ganze Woche über wird dieses Geräusch zu hören sein: Knapp 100 Bäume – Buchen, Eichen, Ahörner – sollen für die neue Anlage weichen, erklärt Landschaftsarchitekt Matthias Proske, der die Planung übernommen hat.

Aus rund 3000 Quadratmeter Gehege werden in den nächsten Wochen sage und schreibe 8000 Quadratmeter. „Das geht weit über das übliche Maß einer Nashornanlage hinaus“, sagt Zoodirektor Dr. Tim Schikora. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Sabrina Höft ergänzt: „Draußen hätten wir dann Platz für eine ganze Nashornherde.“ Doch weil der Stall nicht erweitert wird, plant Schwerin mittelfristig mit einem Bullen, zwei Kühen und zwei Kälbern. Aktuell gibt es nur die beiden Nashorndamen Clara und Karen. Der Bulle und damit auch der lang erwünschte Nachwuchs wird erst einziehen, wenn die Erweiterung fertig ist, sagt Schikora. Die Zuchtbehörde habe aber schon signalisiert, dass es passende Bullen für Schwerin in mehreren europäischen Tiergärten gäbe.

Möglichst bis Ostern soll das neue Nashorn-Außengelände fertig sein, sagt Matthias Proske und nennt dieses Ziel selbst „ehrgeizig“. Schließlich müssen nicht nur Bäume gefällt, 2000 Kubikmeter Erde umgeschichtet, Suhlen gegraben, Steinmauern gesetzt, Hütten gebaut und Wege angelegt werden – es soll sogar einen Besuchertunnel geben. Oben Nashorn, unten Mensch. Gegen eine Brücke habe man sich entschieden, weil die nicht barrierefrei ist und weil man im Zoo schon weiter denkt: Später sollen nämlich Nashörner, Giraffen und Zebras vergesellschaftet werden, also das gleiche Gehege nutzen. Und um eine Giraffe zu „überbrücken“ müsste ganz schön hoch gebaut werden.

Wildtier-Beobachtung mit Savannen-Charakter und großartige Blicke bis hinunter zum See verspricht der mehrfach ausgezeichnete Landschaftsplaner den Besuchern für die neue Saison. Rund 650 000 Euro sind für die Erweiterung veranschlagt, zu 90 Prozent gefördert mit Geld aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, sagt Schikora. Nur ein sehr strenger Winter könnte den Gestaltern noch einen Strich durch den Zeitplan machen. Doch von so einer Extremwetterlage geht der erfahrene Landschaftsplaner Proske nicht aus.

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