Aktion Stadtbild : Platz erinnert an Freiheitskämpfe

Damals noch am Stadtrand gelegen, wurden die ersten Gebäude rund um den heutigen Platz der Freiheit 1840 gebaut.
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Damals noch am Stadtrand gelegen, wurden die ersten Gebäude rund um den heutigen Platz der Freiheit 1840 gebaut.

Gedenkstein in der Paulsstadt soll vom 9. November an Schweriner Geschichte erzählen – SVZ blickt in die Vergangenheit des Platzes

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02. November 2014, 23:39 Uhr

Im Jahr 1895 hatte er noch am Rande Schwerins gelegen und Moltkeplatz geheißen. Heute ist der Platz der Freiheit ein Verkehrsknoten der Landeshauptstadt und bildet das Zentrum eines stadtweiten Geschichtsprojektes. Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November will Schwerin dem Gedenken an die Freiheitsbewegung in der DDR, die im Jahr 1989 zur Überwindung der Mauer geführt hat, auf dem Platz der Freiheit durch einen Gedenkort Ausdruck verleihen.

Auf dem Verkehrsknotenpunkt treffen acht Straßen aufeinander, zwei Straßenbahnlinien queren ihn, Busse, Taxen und Autos kreuzen das Areal. Angesiedelt sind dort Geschäfte, Banken, Ärzte, Nahversorger und das Service-Büro des Nahverkehrs. Um den Platz der Freiheit sicherer zu machen, hatte die Stadt im Jahr 2008 mehr als eine Million Euro in die Gestaltung gesteckt, ein Jahr später die Straßen rund um den Knoten neu asphaltiert.

Bebaut wurde die heutige Freifläche erstmalig in den Jahren 1840/41 mit einer Wallanlage, wie Jörg Moll vom Schweriner Stadtarchiv berichtet. Es handelte sich um den so genannten Akzisewall, der die Stadt umgab. Auf dem heutigen Platz der Freiheit nahe der Einmündung der Dr.-Külz-Straße in die Lübecker Straße stand das Lübecker Tor. Die beiden Torhäuser hatten etwa die Größe der heute noch stehenden an der Güstrower Straße, wurden allerdings 1883 und 1938 abgerissen. Bereits 1840 wuchsen am Rande des heutigen Platzes Gebäude, die ihm Stück für Stück sein heutiges Aussehen verliehen. Bis 1883/4 trugen Teile des heutigen Platzes den Namen Augustenstraße. Die dann nach einem Entwurf des Hofgärtners August Klett, dem Sohn des in Schwerin wesentlich bekannteren Hofgärtners Theodor Klett, gestaltete Freifläche erhielt den Namen Moltkeplatz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er im November 1945 in „Platz der Freiheit“ umgetauft. Kurz darauf wurde der alte Luftschutzbunker gesprengt und statt dessen im Mai 1946 ein Kinderspielplatz eingeweiht. „Die dort bereits 1929 eröffnete Tankstelle wurde 1977 geschlossen“, berichtet Jörg Moll weiter. Die 1969 errichtete Baracke des Nahverkehrs wich in den Jahren 1999/2000 einem heute noch stehenden Pavillon. Mit einem Gedenkstein will Schwerin nun noch an die historische Bedeutung des Platzes der Freiheit für die Landeshauptstädter erinnern.


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