Schwerin : Plattmachen für die Fritz-Reuter-Bühne

Alle Hände voll zu tun: Momentan arbeitet Dramaturgin Tina Landgraf am Textbuch für „Ein Hart ut Schokolaad“. Das Stück hat am 19. Mai Premiere im Großen Haus.
Alle Hände voll zu tun: Momentan arbeitet Dramaturgin Tina Landgraf am Textbuch für „Ein Hart ut Schokolaad“. Das Stück hat am 19. Mai Premiere im Großen Haus.

Tina Landgraf ist Dramaturgin und übersetzt Stücke

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28. März 2018, 16:00 Uhr

Das Theater kennt jeder. Doch was passiert hinter den Kulissen? Und wer ist wofür zuständig, damit der innere Betrieb funktioniert und die Zuschauer das Theater als Erlebnis genießen können? SVZ stellt diese Woche einige Akteure vor, die nicht auf, sondern hinter der Bühne tätig sind. Heute: Dramaturgin Tina Landgraf.

Stücke auswählen, Spielplan festlegen und Texte umschreiben – die Aufgaben von Tina Landgraf sind vielfältig. Bevor die gelernte Schauspielerin als Dramaturgin an der Fritz-Reuter-Bühne anfing, wusste sie selbst nicht so recht, was im neuen Job auf sie wartet. „Im Internet gibt es bekanntlich auf viele Fragen eine Antwort.“

2004 begann sie am Ohnsorg-Theater in Hamburg als Schauspielerin, wechselte drei Jahre später in die Landeshauptstadt. Als dann die damalige Dramaturgin der Fritz-Reuter-Bühne nach Greifswald wechselte, um dort in der niederdeutschen Sprache zu forschen, fragte Rolf Petersen, Direktor der Fritz-Reuter-Bühne, bei Landgraf nach, ob sie diesen Job wolle. „Ich konnte nicht Nein sagen“, sagt sie – und ist froh über ihre Entscheidung. Es sei zwar viel Arbeit, doch die mache ihr Spaß.

„Wir spielen mit der Fritz-Reuter-Bühne nur auf Plattdeutsch. Manche Stücke gibt es aber nur auf Hochdeutsch oder in anderen Niederdeutsch-Dialekten. Dann bin ich gefragt. Ich übersetze praktisch ins Mecklenburger Platt“, erklärt die 41-Jährige. Mecklenburgisieren nennt sie die Arbeit, für die sie viele Bücher wälzt und im Internet recherchiert. „In dem Stück ,Harald un Maut‘ gibt es etwa eine Szene, in der Andreas Auer als Pastor eine Beerdigungsrede auf Platt hält. Dafür habe ich im Archiv und in Büchern gesucht, ob es sowas schon gibt und dann einen Text gemacht“, sagt sie.

Durch den Wechsel in die Dramaturgie trägt Landgraf, die als Jugendliche zum Musical wollte, mehr Verantwortung. „In meinem Job gibt es Aufgaben, die ein Schauspieler nicht erledigen muss. Ich bin viel mehr in die Entscheidungskette eingebunden und kann gestalten, natürlich in Rücksprache mit Regisseur und Direktor.“

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