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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. September 2017 | 00:36 Uhr

Mehr Futter für Bienen : Plater ackern mit Wildpflanzen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hobby-Imker freut sich über zusätzliches Angebot für seine Honigsammlerinnen – Agrargemeinschaft sät auf knapp fünf Hektar Blumen

Man sieht sie überall in der Region, auch Landwirt Felix Klotzbücher aus Plate hat sich welche zugelegt: Felder, auf denen nicht Korn, Mais oder Raps, sondern die lila Rispe der Phacelia und viele andere Blühpflanzen wild durcheinander wachsen. „Und da sind sie dann doch aufgelaufen“, sagt der Landwirt von der Plater Agrargemeinschaft und bückt sich zu einer kleinen Sonnenblume hinunter. Er stampft durch eine der sogenannten Blühflächen. Im Schlepptau hat er den ortsansässigen Imker Hans-Werner Schröder. Schön anzusehen sind die blühenden Landschaften vor allem für alle Spaziergänger wie auch direkte Anwohner. Gedacht sind sie jedoch vor allem für Bienen und andere Nektarvertilger, die in der Zeit zwischen Juni und August wenig Futter finden. Die EU und das Land Mecklenburg-Vorpommern bezuschussen solche extensive Bewirtschaftung von Flächen pro Hektar mit bis zu 680 Euro jährlich. Das ist ein gutes Zubrot, gesteht auch Klotzbücher. Die Agrargemeinschaft setzt auf rund 4,5 Hektar das Programm um. „Wir lieben die Natur, keine Frage. Aber wir müssen als Landwirte mit unseren Flächen auch Geld verdienen“, sagt er. Mit dem „Bienenweide-Programm“ lasse sich beides vereinbaren.

Nicht selten wird der Landwirt in Diskussionen für das Bienensterben verantwortlich gemacht. Auch Imker Schröder führt gern an, dass gebeiztes Saatgut seinen Honigsammlerinnen das Leben kostet. Umso mehr freut er sich, dass die Agrargemeinschaft Flächen bewusst blühen lässt – ganz ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder Dünger. „Auf den Flächen blühen neben Phacelia und Sonnenblumen auch Süßlupinen, Buchweizen, Vogelfuß, Gelbsenf, Alexandrinenklee und Ölrettich“, zählt Klotzbücher auf. Die Mischung, so der 29-Jährige, werde jedes Jahr neu ausgesät und auch immer mit dem Imker besprochen – zusätzlich zu den EU-Vorschriften, die einen bestimmten Prozentsatz vorgeben. Die Zusammenarbeit mit einem gelisteten Imker sei ebenso Pflicht. „Wir müssen einen Imker als Partner finden. Gemeinsam wird dann das Programm umgesetzt“, erläutert der junge Landwirt weiter.

Allein in diesem Jahr haben in MV 82 Landwirte Fördermittel aus dem Programm „Bienenweide“ für insgesamt 275 Hektar beantragt. Seit 2015 seien es sogar 646 Antragsteller gewesen, erklärte Eva Klaußner-Ziebarth, Sprecherin des Landwirtschaftsministerium. Insgesamt wurde für ein Areal von 2323 Hektar die Förderung der Anlage von Blühflächen und -streifen beantragt. Bislang gibt es kein gesondertes Budget für das Blühstreifen-Programm. Somit gäbe es auch kein Beitrags-Limit.

Für Landwirt Felix Klotzbücher und Imker Hans-Werner Schröder ist aber auch jetzt schon klar: Im kommenden Jahr ackern sie wieder mit Wildpflanzen.

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