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Zeitung für die Landeshauptstadt

26. September 2017 | 00:25 Uhr

Plant Brodkorb eine Theaterfusion Schwerin/Parchim?

vom

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erstellt am 26.Jun.2013 | 07:40 Uhr

Schwerin | Am nächsten Montag kommt die Stunde der Wahrheit: Die von Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) beauftragte Münchner Beraterfirma "Metrum" präsentiert im Kultusministerium ihr Gesamtkonzept für die "neue Theater- und Orchesterstruktur im Westen des Landes". Eingeladen sind Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) und der Lenkungsausschuss aus den Fraktionen der Schweriner Stadtvertretung.

Noch sind keine Details bekannt. Aber bei der Zwischenpräsentation zur Struktur eines künftigen "Staatstheaters Mecklenburg" ging es u.a. um eine Fusion mit dem Landestheater Parchim und die Verlagerung des Kinder- und Jugendtheaters sowie der niederdeutschen Fritz-Reuter-Bühne nach Parchim. Dabei dürfte es bleiben.

Allerdings ist das Landestheater Parchim noch mit Verträgen an das Volkstheater Rostock gebunden, die in der Kulturraumdebatte der letzten Legislatur zur Bedingung für weitere Zahlungen an Parchim gemacht wurden. Landrat Rolf Christiansen als Theaterträger im Kreis Ludwigslust-Parchim ist zur Präsentation nicht eingeladen.

Geplant war bislang auch die Ausgliederung der Schlossfestspiele aus dem Staatstheater, vor allem um zu verhindern, dass eine verregnete Saison den gesamten Finanzplan des Staatstheaters ins Wanken bringt. War zunächst davon die Rede, als Träger die Landeshauptstadt bzw. deren Stadtmarketing zu gewinnen, tauchte im Juni die Idee auf, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zu einer Trägerschaft zu bewegen. Auch von der Schließung der Spielstätte im E-Werk in Schwerin war die Rede.

Am Staatstheater sorgt der Termin schon jetzt für erneute Unruhe. Wie kein anderes Theater im Land sind dort alle Sparten in ein Sommerspielprogramm eingebunden, das seinesgleichen sucht. Das Schauspiel hat elf Vorstellungen von "Shakespeare Nights" auf dem Spielplan. Das Musiktheater spielt 23-mal "Die Fledermaus" bei den Schlossfestspielen. Am Dienstag nach der "Metrum"-Präsentation startet die Staatskapelle die Konzertreihe "MeckProms". Die Fritz-Reuter-Bühne hat 17 Vorstellungen im Freilichtmuseum in Schwerin-Mueß. Und das Puppentheater startet am Wochenende den "Puppensommer" mit 48 Vorstellungen.

Trotzdem begrüßt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow den Termin: "Wir bekommen erstmals ein Gesamtkonzept. Über das können wir dann reden und diskutieren und nicht über ungelegte Eier." Die Zeit drängt, denn dem vom Land mitfinanzierten kommunalen Theater droht im nächsten Jahr erneut ein Defizit von drei Millionen Euro. Bis Ende August müssen der Wirtschaftsplan des Theaters und ein Sanierungskonzept stehen.

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