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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 06:10 Uhr

Bahnstrecke : Planbeginn für Brücke Medewege

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt bereitet Grundstücksgeschäfte vor, Bahn will Hochbau an der B 104 bereits 2017 in Angriff nehmen

von
erstellt am 08.Okt.2014 | 12:00 Uhr

„Die kann man vom Marienplatz aus sehen“, hatte der frühere Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff flapsig über die geplante Brücke für die B 104 über die Bahntrasse bei Medewege gesagt. Ob das Bauwerk tatsächlich so dominant wird, das müssen die umfangreichen Planungen erst zeigen, die jetzt anlaufen. Fakt ist jedoch: Nachdem das Straßenbauamt die eigentlich von der Deutschen Bahn favorisierte Unterführung nicht unterstützt hatte, gehen jetzt alle Vorbereitungen in Richtung Brücke. Und: Sie wird sehr hoch und damit sehr lang werden, weil nicht nur die Züge, sondern auch die Fahrleitungen für die Elektroloks darunter hindurch passen müssen. Zudem muss es einen Sicherheitsabstand zwischen der Brücke und den Strom führenden Leitungen geben.

Das Bauwerk ist erforderlich, weil die Deutsche Bahn die Strecke mit hoher Geschwindigkeit bis zu 160 Kilometern pro Stunde befährt und deshalb „niveaugleiche“ Kreuzungen von Straße und Schiene vermeiden will. Zudem gibt es entsprechende Vorschriften: „Im Rahmen einer gesetzlichen Verpflichtung sind Deutsche Bahn AG, Bund und Straßenbaulastträger partnerschaftlich verpflichtet, die Blinklicht-Bahnübergangstechnik an den bundesweiten Standard anzupassen und folglich durch neue Anlagen zu ersetzen.“

Damit die Bahn das Millionenbauwerk vorbereiten kann, nimmt die Stadtverwaltung derzeit auch Grundstücksgeschäfte in Angriff. Die Bahn brauche diese Planungssicherheit, bestätigte Baudezernent Bernd Nottebaum auf SVZ-Anfrage. Dieses Vorgehen der Stadt wiederum ruft jetzt die Stadtpolitik auf den Plan: Die Beendigung des Planfeststellungsverfahrens wird voraussichtlich in 2017 erfolgen. „Die Stadtverwaltung beabsichtige aber, für dieses Vorhaben bereits jetzt Erklärungen zu so genannten Ausgleichsflächen abzugeben. Und das, obwohl die Kommunalpolitik dieses Vorhaben nur rudimentär kennt“, beklagt Silvio Horn, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Bürger. Per Antrag in der Stadtvertretung wollen die Unabhängigen deshalb die Verwaltung beauftragen, schnellstmöglich alle Informationen zum Planungsstand und zum weiteren Vorgehen der Bahn darzustellen. Insbesondere solle die Oberbürgermeisterin erklären, welche Auswirkungen das auf die Medeweger haben werde.

Für die gab es indes bereits eine gute Nachricht: Der kleine Bahnübergang in Medewege soll offen bleiben. Eine technische Erneuerung könne aber erst mit dem Brückenbau in rund drei Kilometer Entfernung erfolgen. So wäre eine Anbindung beispielsweise des Bio-Hofes weiter gegeben.

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