Freizeitsport : Pinnower Segelflieger legen Hand an

Mit etwas Druck und viel Liebe wird hier poliert: Max Schultz (l.) und Torsten Pallauf bearbeiten eine der Maschinen.
Mit etwas Druck und viel Liebe wird hier poliert: Max Schultz (l.) und Torsten Pallauf bearbeiten eine der Maschinen.

Mit den Wintertemperaturen kommt auch die Arbeit am Boden

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03. Januar 2016, 13:44 Uhr

Der Blick auf den Wetterbericht am Abend zuvor hatte noch ein bisschen Platz gelassen für die leise Hoffnung auf den ersten Flug des Jahres. Doch mit dem neuen Tag war auch diese Wolke geplatzt. Dichter, weißer Nebel hatte sich rund um den Pinnower Segelflugplatz ausgebreitet – bis weit ins Land hinein. „Tja, das ist wirklich sehr schade. Ich hatte mich echt gefreut“, erklärt Torsten Pallauf, zweiter Vereinsvorsitzende des Pinnower Fliegerclubs. Denn das Neujahrsfliegen in Pinnow hat schon eine kleine Tradition. So sollten die Maschinen auch an diesem zweiten Tag des neuen Jahres abheben. „Da wir aber im Sichtflugbetrieb unterwegs sind, fällt das flach“, sagt Torsten Pallauf noch sichtlich enttäuscht. Aber einfach wieder nach Hause fahren, das kommt für ihn und die anderen elf Vereinsmitglieder nicht in Frage. Denn am Boden hat sich genug Arbeit in den vergangenen Monaten angesammelt. „Da gibt es so viel: Lackpflege, Lager und Zapfen müssen gefettet werden, die Rettungsfallschirme müssen wir kontrollieren“, beginnt Torsten Pallauf mit der Aufzählung. Und auch in der Werkstatt, er nennt ihn den schwarzen Bereich, gibt es noch viel zu tun. Neben dem mobilen Tower, einem grünen Multivan mit kleinen Funkturm, müssen auch die anderen Wagen und die Seilwinde durchrepariert und gewartet werden. „Es wird eben nie langweilig, auch nicht, wenn wir nicht abheben können“, erklärt Torsten Pallauf. Der Segelflieger gibt aber durchaus zu, dass es ihm in der Luft besser gefällt. Dennoch nimmt er den Polierlappen in die Hand und legt los. „Viele Hände machen der Arbeit ein schnelles Ende“, sagt er keck. Immerhin dauere es bis zu zehn Stunden, um alle Flächen eines Segelfliegers wieder auf Hochglanz zu polieren. Keine stumpfe Stelle dürfe übrig bleiben. Und von der Größe sei die Fläche eines Segelfliegers mit der eines Sportbootes zu vergleichen. „Hier zählt aber wirklich jeder Quadratmillimeter. Alles muss glatt sein, so dass die Luft keinen Widerstand hat, wenn wir oben sind“, erklärt Max Schultz. Er gehört zur Jugend des Vereins und packt ebenfalls mit an.

Doch nicht nur geputzt, sondern auch gelernt wird in den Wintermonaten. „Jetzt finden die Aus- und Weiterbildungen statt. Eben alles, wofür im Sommer keine Zeit bleibt“, erklärt Pallauf . Es sei zudem der ideale Zeitpunkt für Anfänger. Auch für 2016 wünschen sich die Pinnower Segelflieger mehr Nachwuchs und aktive Piloten. „Das ist ein Sport für jedermann – nichts elitäres. Hier ist Teamgeist gefragt, man kann sehr viel Spaß haben und es ist günstiger als ein Fitnessstudio“, ergänzt er mit einem Augenzwinkern.

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