Bürger sind gefragt : Pinnower geben sich ein Leitbild

Wolfram Klein ist  Vorsitzender des Zukunftsausschusses.
Foto:
Wolfram Klein ist Vorsitzender des Zukunftsausschusses.

Debatte um Dorfgestaltung bis zum Jahr 2025 geht in den Endspurt: Noch vor der Kommunalwahl startet Umfrage

svz.de von
23. März 2014, 22:00 Uhr

Morgen Abend geht es um die Zukunft von Pinnow und Godern. „Und deshalb hoffe ich, dass es in unserem Gemeindezentrum richtig voll wird“, sagt Wolfram Klein, Gemeindevertreter und Vorsitzender des Zukunftsausschusses. Denn gemeinsam soll dann der Fragebogen zur Schwerpunktsetzung der Dorfgestaltung bis zum Jahr 2025 den letzten Schliff erhalten. Schon am Wochenende wollen Mitstreiter aus dem Sportverein ihn an die Haushalte verteilen. Online wird er auch gestellt. Und schon am 8. Mai soll im Gemeindezentrum die öffentliche Auswertung erfolgen, damit eine Woche später das Leitbild formuliert werden kann. „Das wird jetzt alles ein bisschen eng“, sagt Klein. „Aber wir hatten versprochen, das Leitbild noch vor den Kommunalwahlen zu formulieren. Und das schaffen wir auch.“

Denn der vor knapp zwei Jahren auf Wunsch der Bürger ins Leben gerufene Zukunftsausschuss hat seitdem viel zusammengetragen. Themenfelder wurden abgesteckt. Stärken und Schwächen abgeklopft. Ansätze für das künftige Handeln entwickelt. „Schon da waren interessierte Einwohner immer dabei“, betont Klein. „In der Endphase haben wir uns zudem Rat bei einem Fachinstitut aus Berlin eingeholt.“ Doch fertig ist das Leitbild nicht, soll es auch gar nicht. Denn so eine Handlungsrichtlinie müsse immer offen für Veränderungen sein, aber zugleich die grundlegende Richtung vorgeben.

„Unser vorrangiges Ziel ist es, dass Pinnow und Godern auch noch in zehn, zwanzig Jahren attraktive Wohnorte sind“, betont Klein. Abzusehen ist aber, dass der demografische Wandel in der Mitte der 1990er-Jahre stark gewachsenen Gemeinde stark zu spüren sein wird: Denn damals zogen viele junge Familien mit Kindern aufs Land. Der Nachwuchs ist inzwischen flügge geworden. Die Eltern leben im eigenen Häuschen in der Endmoränenlandschaft am Pinnower See und fahren zur Arbeit oft nach Schwerin. Doch inzwischen rückt das Rentenalter näher. Mobilität auch ohne eigenes Auto, altersgerechte Wohnungen, Einkaufsmarkt und Ärzte in der gewohnten Umgebung, Fragen der Sicherheit, kulturelle Angebote im Dorf – all das wird neu bewertet. „Bereits jetzt haben wir vieles davon in unserer Gemeinde“, betont Wolfram Klein. „Aber wenn beispielsweise der Lebensmittelmarkt und die Nahverkehrs-Anbindung erhalten bleiben sollen, müssen die auch heute genutzt werden.“

Klar ist zudem, dass die Angebote für die anderen Generationen nicht auf der Strecke bleiben dürfen. Es soll beim stetigen Zuzug von jungen Familien bleiben. Deshalb steckte die Gemeinde viel Geld in den Ausbau des Kindergartens. Auch die Grundschule im Nachbardorf Sukow musste in der Vergangenheit mehrfach anbauen.

Ein wichtiges Thema für viele Pinnower ist die Energieversorgung. Denn zahlreiche Wohnhäuser im Trinkwasserschutzgebiet werden mit Fernwärme versorgt. Mit dem Rückkauf durch die Gemeinde und die Umrüstung des Heizwerkes auf Holzpellets wurden für die Gegenwart eine sozial- und umweltverträgliche Lösung gefunden. Doch die Anlagen arbeiten nicht ewig. Nutzung von erneuerbaren Energien zu bezahlbaren Preise ist das Zukunftsziel. Wie das am besten erreicht wird, auch da sind Fachwissen und Mitarbeit der Pinnower gefragt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen