Kaufkosten halbiert : Pinnow wartet weiter auf neue Orgel

Geplante Anschaffungskosten von ursprünglich geplanten 400 000 Euro nicht leistbar / Kirchengemeinde will weiter Geld einwerben

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30. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Zum Dorfjubiläum von Pinnow – die Gemeinde feiert im nächsten Jahr ihr 750-jähriges Bestehen – wollte Pinnow eigentlich eine neue Orgel für die Kirche präsentieren. Doch daraus wird nichts. „Das schaffen wir nicht“, räumt Pastor Tom Ogilvie ein. Die Kosten von rund 400 000 Euro können nicht aufgebracht werden. Jetzt nicht und auch in den nächsten Jahren wohl nicht, so Tom Ogilvie. Daher revidierte der Kirchengemeinderat seinen ursprünglichen Beschluss. Jetzt soll die neue Orgel wesentlich preiswerter werden und nach Möglichkeit bis 2017 fertig sein. Tom Ogilvie: „Wir planen jetzt mit 200 000 Euro.“

Für die Neuanschaffung werden keine Fördermittel fließen. Einen Zuschuss vom Land würde es nur bei einer Reparatur geben. 50 000 Euro, also ein Viertel der veranschlagten neuen Kosten, hat die Kirchengemeinde bislang zusammen. Unterstützung für das Projekt hat der Kirchenkreis Mecklenburg zusagt. Trotzdem werde es noch eine Zeit dauern, bis Pinnow das Geld zusammenhat. Nach wie vor finden Benefiz-Veranstaltungen wie „Pinnow für Pinnow“ statt. Sie helfen, Geld einzuwerben.

Die Ansprüche an die Königin der Instrumente, wie die Orgel auch genannt wird, sind hoch. Schließlich soll sie nicht nur für Gottesdienste in Pinnow genutzt werden, sondern auch für Konzerte, Trauungen, Chorbegleitung. Vor allem aber soll sie mehreren Generationen Freude bringen. Daher hatte sich der 2009 gegründete Förderverein für die Pinnower Orgel für ein hochwertiges Instrument entschieden, das auch seinen Preis hatte.

Dass die Anschaffungskosten nun halbiert worden sind, habe den Förderverein zunächst enttäuscht, weiß der Pastor. Ogilvie: „Wir haben unsere neuen Überlegungen vorher nicht ausreichend mit dem Förderverein kommuniziert.“ Letztlich aber wollen alle an einem Strang ziehen. Man habe sich gemeinsam verständigt, mit Hilfe eines Orgelsachverständigen eine neue Ausschreibung vorzunehmen. Diese ist an drei Orgelbauer – Wegscheider aus Dresden, Kirschner aus Ostfriesland und Arnold Plau am See – geschickt worden.

Das neue Instrument werde auch ein hochwertiges sein, wenngleich es weniger Register und Pfeifen haben wird, sagt Pastor Ogilvie. Die klangliche Vielfalt sei zwar nicht so hoch wie bei der ursprünglich teuren Variante, stellt aber allemal eine wesentliche Verbesserung zur jetzigen Orgel dar. Diese kann für Konzerte nämlich nicht genutzt werden. Dafür ist sie ungeeignet. Sie stammt aus dem Jahre 1972, wurde mit den damals verfügbaren Mitteln und Resten der Vorgängerorgel von 1927, die der Orgelbaumeister Marcus Runge gebaut hatte, wieder spielbar gemacht. Für eine einfache musikalische Begleitung reiche sie, hatte Dr. Tilman Köhler, ehrenamtlicher Organist der Kirchengemeinde, schon vor einiger Zeit gesagt. Anderen musikalischen Ansprüchen wie hochwertiger Kirchenmusik aber genügt sie nicht.

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