Legenden rund um den Petersberg : Pinnow präsentiert sich sagenreich

 Der Sagenstein am Dorfanger von Pinnow wurde gestern Nachmittag  enthüllt. Mit dabei waren das Petermännchen alias Berthild Horn, Bürgermeister Andreas Zapf  (M.) und der Vorsitzende des Kulturvereins Sagenland MV, Dr. Jürgen Borchardt.Heidrun Pätzold (2)
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Der Sagenstein am Dorfanger von Pinnow wurde gestern Nachmittag enthüllt. Mit dabei waren das Petermännchen alias Berthild Horn, Bürgermeister Andreas Zapf (M.) und der Vorsitzende des Kulturvereins Sagenland MV, Dr. Jürgen Borchardt.Heidrun Pätzold (2)

Die Gemeinde Pinnow ist ein sagenreiches Dorf. Es gibt 19 nachgewiesene Geschichten über den Ort, die an 13 Stellen spielen. Und nicht nur das. Am Freitag wurde einer von insgesamt fünf Sagensteinen enthüllt.

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21. September 2012, 07:20 Uhr

Pinnow | Die Gemeinde Pinnow ist ein sagenreiches Dorf. Es gibt 19 nachgewiesene Geschichten über den Ort, die an 13 Stellen spielen. Und nicht nur das. Gestern wurde einer von insgesamt fünf Sagensteinen enthüllt. Zu finden ist dieser Findling mitten im Dorf, unweit des Gemeindehauses. Bei der kleinen Feier durfte das Petermännchen alias Berthild Horn natürlich nicht fehlen. Kinder der Kita, die den Namen der Sagengestalt trägt, sangen und Schüler der Sukower Grundschule spielten eine Sage nach. Abgerundet wurde das kleine Programm von der Frauen-Singegruppe der Gemeinde Pinnow. Auf einer Plakette am Findling ist die Geschichte vom Petermännchen in Kurzfassung nachzulesen. Es heißt, dass das Petermänchen im Petersberg gewohnt habe. Und wenn man sein Ohr auf die Erde lege, könne man bei etwas Glück noch heute den Amboss des Petermännchens klingen hören, wenn es im Berg schmiedet. Von hier soll ein unterirdischer Gang durch den Pinnower und Schweriner See zum Schweriner Schloss führen. Andere meinen, dass der Geist in einer Nacht zum Schloss hinüber geflogen sei - seitdem solle es im Schloss spuken.

Warum Pinnow so sagenreich ist, erklärt Ortschronist Herbert Remmel. Es handele sich um einen alten Ort, der bereits in der Slawenzeit besiedelt war. Hinzu komme die Lage an einem einst bedeutenden Verkehrsweg. Ausgrabungsfunde belegen nämlich, das Pinnow bereits vor 10 000 bis 12 000 Jahren besiedelt gewesen ist. So wurden mythische Vorstellungen und Ereignisse immer weiter erzählt. Geheimnis umwittert sei vor allem der Petersberg. Unterhalb des Berges gab es eine slawische Siedlung, so Remmel. Dies würden Funde belegen. Die Kirche sei wahrscheinlich auf einer slawischen Kultstätte errichtet worden. Und dort, wo heute das Wasserwerk nahe dem Kuckucksberg steht, soll es ebenfalls eine slawische Siedlung gegeben haben.

Der Ortschronist erinnert daran, dass Pinnow erstmals 1265 urkundlich erwähnt wurde, Petersberg 1334. Es handelte sich um eigenständige Dörfer. Erst 1871 wurde Petersberg nach Pinnow eingemeindet. Wichtige Wege, wie der Frachtweg Hamburg-Schwerin-Crivitz-Güstrow-Rostock - auch als Güstrower Heerstraße bekannt - führten über Pinnow-Petersberg. Die Gastwirtschaften in Pinnow und Petersberg konnten sich daher über Gästemangel nicht beklagen, heißt es. Und somit ist anzunehmen, dass in den geselligen Runden allerlei erzählt wurde und so die Sagen immer weitergegeben wurden.

Dr. Jürgen Borchardt, der Vorsitzende des Kulturvereins Sagenland Mecklenburg-Vorpommern, und seine Frau Erika haben die überlieferten Geschichten in den zurückliegenden Jahren zusammengetragen und diese im Wanderführer "Sagenhafte Orte" erfasst. Das Buch, das über Sagen um den Schweriner See informiert und dessen Orte erwandert werden können, ist mittlerweile in der dritten Auflage erschienen.

Pinnows Bürgermeister Andreas Zapf freut sich, dass die Gemeinde so sagenreich ist. "Ob Einheimische, Geschichtsinteressierte oder Touristen - Pinnow lädt dazu ein, sich näher mit dem Ort und seiner Geschichte zu beschäftigen." Letztlich werde damit auch die Verbundenheit zur Heimat betont, so Zapf.

Dass es in der Gemeinde jetzt fünf Sagensteine gibt, ist vor allem auch dem Kulturverein Sagenland MV zu verdanken. An dem Projekt mitgewirkt haben neben Dr. Borchardt und Gottfried Holzmüller vom Verein auch die Pinnower Herbert Remmel, Ingeborg Schettler und Dr. Babett Bormann. Die Gemeindearbeiter haben mit ihrer Technik die Findlinge an den ausgewiesen Plätzen aufgestellt.

Wer die Sagenstätten in Pinnow näher kennen lernen möchte, kann am heutigen Sonnabend an einer Wanderung teilnehmen. Die zweistündige Tour beginnt um 10 Uhr, Treffpunkt ist an der Bushaltestelle am Petersberg. Herbert Remmel führt die Teilnehmer zu den fünf Sagensteinen. Anschließend geht es in die Gaststätte "Zum Petersberg", hier können sich die Wanderer mit Kaffee und Kuchen stärken. Der Ortschronist klärt in einem Vortrag über den Ursprung der Pinnower Sagen auf.

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