„Unser Dorf hat Zukunft" : Pinnow ist schönstes Dorf in MV

<p>Ein Prosit auf den Erfolg: Gestern Nachmittag ließen die  Pinnower und Goderner  die Sektkorken knallen.</p>
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Ein Prosit auf den Erfolg: Gestern Nachmittag ließen die  Pinnower und Goderner  die Sektkorken knallen.

Spontanes Freudenfest nach Sieg im Landeswettbewerb: Gemeinde strebt nun Edelmetall im Bundesfinale an

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21. September 2015, 11:26 Uhr

Inge Lehner  wusste schon immer, dass sie im schönsten Dorf des Landes  lebt. „Ich habe fest damit gerechnet, dass wir gewinnen“, sagt die 77-jährige, gebürtige Pinnowerin. Und die einstige Grundschullehrerin ist bis heute für ihr Heimatdorf aktiv: Sie hat an der Dorfchronik mitgeschrieben,  bringt Kindern die Geschichte nahe, engagiert sich im Kultur-  und Heimatverein. „Von solchen Menschen gibt es bei uns viele“, betont der Goderner Volker Helms. „Sie bringen sich für unsere Gemeinde ein.“ Auch der Ortsteil-Bürgermeister war deshalb vom Sieg bei der neunten Auflage des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ überzeugt.

Ganz anders erging es Andreas Zapf. Pinnows Bürgermeister wehrte noch gestern Nachmittag alle Glückwünsche  ab: „Den  Titel habt ihr errungen.“ So bedankte er sich bei der spontanen Feier vor dem Kindergarten. Denn als  am Mittag durchsickerte, dass Pinnow den Landeswettbewerb gewonnen hat, verbreitete sich diese Nachricht  wie ein Lauffeuer. Die Pinnower zeigten Flagge und hissten die grün-goldene Gemeindefahne  mit dem Petermännchen drauf. Und auch die Sektkorken knallten.

„Ich hatte wirklich nicht mit diesem Erfolg gerechnet“, räumte Zapf ein. Schließlich trat Pinnow als Neuling beim Landeswettbewerb an – gegen acht starke Konkurrenten, darunter mehrere Wiederholungstäter. Doch Pinnower und Goderner überzeugten die Landesjury, die  sich genau eine Woche zuvor hier umgeschaut hatte.

Die Juroren loben nun, dass die Gemeinde trotz der Nähe zu Schwerin nicht zum Schlafort geworden ist: Der dörfliche Charakter wurde bewahrt. Das Motto der Gemeinde „Neues erschaffen und Altes bewahren“ sei überall  spürbar. Die in den 1990er-Jahren aus dem Boden gestampften  Baugebiete  korrespondieren räumlich sehr gut  mit den alten Dorfkernen.  Das gemeindliche Leben gestalten Alteingesessene und Neubürger gemeinsam. Und auch die Gemeindefusion mit Godern  sei  zum beiderseitigen Vorteil über die Bühne gegangen. „Hier überall ist Pinnow vorbildlich“, betont Landwirtschaftsminister Till Backhaus, der Schirmherr des Landeswettbewerbs.

Backhaus gab auch schon die Zielvorgabe für die nächste Runde aus: Edelmetall  beim Bundeswettbewerb. Denn wer dort Gold oder Silber holt, darf sich  und MV auf der Grünen Woche in Berlin präsentieren. „Da wollen wir nun auch hin“, zeigt sich  Bürgermeister Zapf gestern doch noch euphorisch.

Im Bundeswettbewerb vertritt Pinnow  aber nicht allein die Farben  von MV: Lohmen aus dem Landkreis Rostock hat sich als zweitplatzierte Gemeinde im Landeswettbewerb ebenfalls  qualifiziert.  Witzin  kam hingegen auf  den undankbaren dritten Rang. Der reichte dieses Mal nicht  fürs Bundesfinale, weil   sich  nur 84 Dörfer aus Mecklenburg-Vorpommern auf Kreisebene beworben hatten.  2007  wollten  noch 257 Gemeinden zum schönsten Dorf im Landkreis gekürt werden. Backhaus mahnte deshalb an, dass der Wettbewerb als  Austausch der Dörfer angenommen und wieder gestärkt werden  müsse. Gemeinden, die Fördermittel  bekommen, sollten auch zeigen, was sie mit diesem Geld machen.

Im Kreis Ludwigslust-Parchim wird genau darauf geachtet: 43 der 84 Teilnehmer in Runde eins kamen aus der Region zwischen Elbe und Plauer See. Und  mit Pinnow und Witzin hob die Landesjury nun  zwei Gemeinden aufs Treppchen. Was der Landkreis allerdings noch nicht geschafft hat, ist  seine eigenen Sieger zu küren. Das erfolgt erst am Wochenende beim Kreiserntefest in Rodenwalde. Dort gibt es traditionell keinen  Gewinner. Pinnow, Witzin und Balow werden   gleichrangig ausgezeichnet.

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