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Immer mehr Familien : Pinnow baut die Infrastruktur aus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gemeinde will Kita erweitern, Straße sanieren, Bauplätze schaffen, Straßenbeleuchtung umrüsten und neues Löschfahrzeug kaufen

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 23:39 Uhr

Pinnow wächst: Schon wieder muss die Gemeinde die Kita erweitern. „Es gibt eine starke Nachfrage. Daher wollen wir zu den vorhandenen knapp 100 Plätzen 40 neue schaffen“, erklärt Bürgermeister Andreas Zapf. Die Gemeinde ist Eigentümer des Hauses, hat es aber an den Betreiber, an das Diakoniewerk Neues Ufer Rampe, vermietet.

In den vergangenen zwei, drei Jahren hätten sich immer mehr junge Familien im Dorf niedergelassen, ältere Pinnower hingegen ziehen in die Stadt Schwerin. Allein im vorigen Jahr gab es zwölf neue Erdenbürgern in der Gemeinde. Im Jahr zuvor waren es acht. Darüber informierte Bürgermeister Andreas Zapf am Sonntag beim Neujahrsempfang.

Die neuen Kita-Plätze werden im Obergeschoss des einstigen Gemeindehauses geschaffen. Derzeit befinden sich dort noch Wohnungen. Die Gemeinde ist nun dabei, für die drei Mieter ein neues Zuhause zu suchen. Nach dem Auszug kann das Bauprojekt in Angriff genommen werden. Nach dem Ausbau der oberen Etage wird dann das komplette alte Gemeindehaus von der Kita genutzt, denn im unteren Bereich befinden sich schon jetzt Kita-Räume. Es werde der dritte Ausbau innerhalb der letzten Jahre, so Zapf. „Unser Kindergarten hatte anfangs mal 26 Plätze, bald haben wir 140.“ Nicht nur Pinnower nutzen das Betreuungsangebot, sondern auch Familien aus der Umgebung – etwa aus Raben Steinfeld, Basthorst und Gädebehn.

Mit dem erneuten Ausbau erhofft sich Pinnow eine Lösung auf lange Sicht. Die Gemeinde rechnet mit 200 000 Euro Baukosten. Um das Projekt finanzieren zu können, will sie ein kommunales Darlehen aufnehmen.

Gebaut wird aber noch andernorts – auf einer Gemeindefläche im Ortsteil Godern am Mühlensee. Dort sollen sechs Einfamilienhäuser entstehen. Der
B-Plan liegt bereits vor, mit den Bauarbeiten kann voraussichtlich im März begonnen werden. Die Gemeinde will das Areal erschließen lassen und es dann an Bauherren verkaufen. Mehr als 30 Interessenten gäbe es bereits, weiß Zapf. Bevorzugt würden Familien mit Kindern.

Apropos Kinder: In der Pinnower Kuckucksallee wird gerade ein öffentlicher Spielplatz saniert. Die Anlage war etwa 15 Jahre alt. Jetzt wurde sie für rund 10 000 Euro erneuert und kann schon bald wieder genutzt werden. Erneuert werden soll auch die Gemeindestraße von der B 321, Abzweig Pinnow (Höhe Decohaus). Zuvor aber müsse ein Gutachten zum Baugrund erstellt werden, so Zapf. Denn es soll geklärt werden, ob es ausreicht, die Deckschicht abzufräsen und eine neue Bitumenschicht aufzutragen, oder ob die Straße Altlasten habe, so dass sie dann bis zum Unterboden saniert werden muss, erklärt der Bürgermeister. Als Kosten sind – je nach Befund –200 000 bis 300 000 Euro veranschlagt.

Langfristig will Pinnow bei den Stromkosten für die Straßenbeleuchtung sparen. Daher sollen die rund 700 Lampen in beiden Ortsteilen Stück für Stück auf LED umgerüstet werden. Für den ersten Abschnitt stehen 25 000 Euro bereit. Begonnen werden soll im Frühjahr in der Hauptstraße. Zapf: „Wir versprechen uns eine Einsparung von zwei Dritteln der bisherigen Stromkosten. Sie belaufen sich derzeit auf mehrere zehntausend Euro.“

Geld in die Hand nehmen will die Gemeinde auch für die Pinnower Feuerwehr. Sie hofft aber auf Fördermittel, um eine neues Löschfahrzeug kaufen zu können. Das jetzige sei mehr als 30 Jahre alt. „Wir warten jetzt auf den Fördermittelbescheid. Wenn der da ist, wird der Auftrag sofort ausgelöst“, sagt Andreas Zapf. Die Pinnower Wehr hat derzeit 25 Mitglieder. Ihr gehören die drei Gemeindearbeiter an, die auch tagsüber zu erreichen sind. Außerdem arbeiten die Pinnower mit den Kameraden der Nachbarwehr Raben Steinfeld, einer Stützpunktfeuerwehr, zusammen.

Finanziell gehört Pinnow im Landkreis Ludwigslust-Parchim zu jenen Gemeinden, die sich auch noch freiwillige Aufgaben leisten können. Die Vereine in den Dörfern – angefangen vom Sportverein bis zum Heimat- und Kulturverein – erhalten einen jährlichen Zuschuss. Andreas Zapf geht davon aus, dass Pinnow wie schon im Vorjahr auch für 2014 einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommt. Rechnen müsse Pinnow aber dennoch, betont der Bürgermeister. Sollte die Kreisumlage von derzeit knapp 43 tatsächlich auf 45 Prozent angehoben werden, wie es die Verwaltung vorgeschlagen hat, müsste Pinnow im Jahr an die 40 000 Euro mehr für die Kreisumlage zahlen. Das sei schon eine stattliche
Größe.

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