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Pflegefall Pflege : Pflege in Schwerin – ein Pflegefall?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Senioren und Behinderte beklagen fehlendes Konzept und auch Stadt sieht Handlungsbedarf, aber wer bezahlt notwendige Maßnahmen?

Bezahlbarer Wohnraum, Barrierefreiheit, Pflegeangebote auch in den eigenen vier Wänden und eine hilfreiche Beratung – ist Schwerin auf die wachsende Anzahl älterer Einwohner vorbereitet? Der Senioren- und der Behindertenbeirat sagen: „nicht genug“. Auch Sozialdezernent Dieter Niesen (SPD) sieht noch Handlungsbedarf: „Schwerin steht eine harte Landung bevor.“

Wie hart zeigt ein Szenario für das Jahr 2030: Die Altersstruktur verschiebt sich der Stadtverwaltung zufolge nach oben. Mehr als 37 Prozent der Schweriner sind dann älter als 60 Jahre. Die Anzahl der Pflegebedürftigen hat sich im Vergleich zu heute verdoppelt, ebenso die Anzahl der über 90-Jährigen. Mit der wachsenden Lebenserwartung der Menschen nimmt auch die Wahrscheinlichkeit zu, an Demenz zu erkranken.

Schon heute liegt die durchschnittliche Lebenserwartung für Frauen bei 81 Jahren für Männer bei 78 Jahren. In naher Zukunft muss die Landeshauptstadt außerdem mit Zuzügen pflegebedürftiger Menschen aus dem Umland rechnen.

„Wir brauchen ein Konzept“, sagte Siegfried Schwinn, der stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirates. Andere Städte besäßen bereits so ein Papier. Das könnte anhand der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung zeigen, wo und wie viel Handlungsbedarf in Schwerin besteht.

Sich auf mehr ältere Einwohner vorzubereiten, betrifft nach Ansicht der Experten nicht nur die Einrichtung von mehr Plätzen in Pflegeheimen. Es geht um die gesamte Infrastruktur. Ansätze gibt es in Schwerin viele, aber bei genauerem Hinsehen fällt auf: Es fehlt das Geld.

„Als Landeshauptstadt haben wir größere Gestaltungsmöglichkeiten, die wir mit den kommunalen Wohnungsunternehmen entwickeln können“, sagt der Sozialdezernent. Aber z. B. hat die Wohnungsgesellschaft Schwerin zu wenig finanziellen Spielraum, um große Summen investieren zu können. Und auch die leere Stadtkasse drückt die erreichbaren Ziele nach unten: Notwendige ambulante Angebote werden nach Aussage von Jörg Heydorn, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion MV, von den Kommunen finanziert.

Positiv: Schwerin hat bei der Netzwerkarbeit mit der Einrichtung des Pflegestützpunktes am 17. Juni 2013 einen großen Schritt nach vorn gemacht. Das bekräftigen Beiräte und Dezernent.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 14.Apr.2014 | 21:30 Uhr

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