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Alexandrinenstrasse : Pflasterlösung schmeckt nicht allen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Alexandrinenstraße wird es nun doch keine Asphaltdecke geben / Anwohner fordern Änderungen am Verkehrskonzept

von
erstellt am 06.Jan.2015 | 22:00 Uhr

Lange wurde in der Landeshauptstadt um eine Lösung für die Alexandrinenstraße gerungen. Eine Grundsanierung wird seit Jahren diskutiert. Im Mai des vergangenen Jahres hat die Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) dort mit der Verlegung eines neuen Kanals begonnen. Das Pflaster musste aufgerissen werden. Und nun stand sie wieder im Raum, die Frage nach dem neuen Straßenbelag. Anwohner favorisierten Asphalt, die Denkmalpflege fordert Kopfsteinpflaster. „Das Land hätte nur eine Förderung für eine Asphaltdecke übernommen. An dieser Stelle kam viel zusammen“, erklärt Dr. Bernd-Rolf Smerdka, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement der Stadt . Schließlich handele es sich bei der Alexandrinenstraße um ein Baudenkmal.

Es wurde viel gestritten, viel versucht, doch nun liegt eine Lösung auf dem Tisch: Die Alexandrinenstraße wird gepflastert. „Die SAE ist derzeit noch mit den Bauarbeiten beschäftigt, die großen Rohre müssen erst noch verlegt werden. Aber sobald das abgeschlossen ist, wird die Straße gepflastert“, sagt Smerdka. Für die Stadt und die Anwohner sei es die kostengünstigste Variante. „90  000 Euro muss die Stadt zuzahlen, die restlichen Kosten übernimmt die Abwasserentsorgung. Anliegerbeiträge fallen weg“, erklärt er.

Dass nicht alle Bewohner damit zufrieden sind, ist ihm klar. Und so seien er und seine Kollegen nicht verwundert über den Antrag des Ortsbeirates. Dieser fordert ein Gutachten über die Auswirkungen des Schwerlastverkehrs auf das Gebäudeensemble in der Straße. Und sollte sich herausstellen, dass dieser Verkehr die Gebäude substanziell schädigt, soll die Stadt Maßnahmen ergreifen, um dem entgegenzuwirken. Sprich: Den Verkehr anders leiten. Denn „Schikanen“ könnten nicht eingebaut werden, da die Straße ein Baudenkmal ist.

Für Steffen Wehner, den Ortsbeiratsvorsitzenden, ist die jetzige Situation nicht befriedigend. „Aber die Messen sind gesungen. Jetzt müssen wir nach vorne schauen und versuchen, wenigstens etwas Ruhe in die Straße zu bringen“, erklärt der Ortsbeiratsvorsitzende.

In der vergangenen Stadtvertretersitzung wurde sein Antrag in den Hauptausschuss verwiesen und von dort in den Bauausschuss. Mit einer Entscheidung sei frühestens am 26. Januar in der nächsten Stadtvertretersitzung zu rechnen.

Wehner hofft auf ein Votum zugunsten der Anwohner. „Es gibt bereits erste Risse an den Häusern. Wir müssen an einer praktikablen Lösung arbeiten“, sagt Wehner und setzt auf die Ortsbeiratssitzung heute Abend im Stadthaus. Von 18.30 Uhr an wird dort der Antrag diskutiert.

Die Stadt hat jedoch einige Gründe dagegen anzubringen. Die Substanz und der Zustand der anliegenden Gebäude seien Grund für den Zustand. Die Stadt habe die Verkehrsbedingungen seit 1994 stetig angepasst. Es wurde eine Tempo-30-Zone eingerichtet, 1997 die Fahrbahn durch Parkplätze eingeengt. 2002 wurden die Buslinien 10/11 verlagert, 2003 die Einbahnstraßenregelung aufgehoben, 2004 die Geschwindigkeitsbeschränkung für Busse und Laster auf Tempo 20 reduziert. „Alle Maßnahmen haben zu einer Entlastung beigetragen. Die Verkehrsmenge hat sich in den vergangen 20 Jahren halbiert“, erklärt Bau- und Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum.

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