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Schweriner Gründer : Pfiffige Ideen für die City gesucht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Gründerwettbewerb startet am 1. März in die dritte Runde, Ende Juni soll der Sieger gekürt werden

von
erstellt am 27.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Wenn Wirtschaftsförderer einem Investor die Stadt schmackhaft machen möchten, dann kommt es auch auf die „Soft Skills“ an, die weichen Standortfaktoren. Dahinter verbergen sich Kultur, Natur und Freizeitmöglichkeiten ebenso wie schöne Ladengeschäfte, gemütliche Cafés, gute Restaurants und eine belebte, attraktive Altstadt. Genau die fördert seit 2013 der Schweriner Gründerwettbewerb, den Stadt, Handelsverband und IHK gemeinsam auf den Weg gebracht haben. „Miss Törtchen“ gewann den ersten Durchlauf, die „Tuscherei“ den zweiten. Beide Geschäfte – die Cupcake-Bäckerei in der Schusterstraße und die Porzellanmalerei in der Puschkinstraße – sind extrem erfolgreich.

In diesem Frühjahr geht der Wettbewerb in die dritte Runde. Start ist Anfang März, Ende Juni soll bereits ein Sieger gekürt werden. Er bekommt ein bisschen Geld und jede Menge Hilfe mit auf den Weg in die Selbstständigkeit. Tipps gibt es unter anderem von Bankern, Ladenbauern, IT-Fachleuten, Energiewirtschaftlern, von Marketingexperten und Existenzgründungsberatern. „Investitionszuschuss und Sachleistungen sind nicht der primäre Gewinn“, sagt Kristin Just von der IHK. „Die Netzwerk-Kontakte und die große Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sind unbezahlbar.“

Weil die ersten beiden Wettbewerbe so erfolgreich verliefen, fragten viele potenzielle Partner lange im Vorfeld an, ob sie mitmachen könnten, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Siegbert Eisenach lächelnd. Dass Sponsoren von alleine kommen, sei ungewöhnlich – und ein großes Lob für die Aktion.

Bewerbungszeitraum für die neuen Gründer ist vom 1. März bis zum 30. April. Eingereicht werden sollte ein etwa fünfseitiges Kurzkonzept sowie ein kurzes Unternehmerprofil. „Wir erarbeiten noch einen kleinen Fragenkatalog, der zeigt, in welche Richtung die Bewerbung geht“, sagt Kristin Just. Mitte Mai befasst sich eine zehnköpfige Jury mit vorselektierten Bewerbern. Dann geht es vor allem um die betriebswirtschaftlichen Hintergründe. „Die Idee darf ruhig absurd erscheinen, aber betriebswirtschaftlich muss sie stimmen“, sagt Siegbert Eisenach. „Wichtig ist es, einen eigenen Markenkern zu entwickeln, dann kommen die Leute und nehmen dafür auch ein paar Schritte mehr in Kauf. Ein Geschäft steht und fällt mit den handelnden Personen. Wer seinen Laden lebt und mit Herzblut erfüllt, wird von den Kunden belohnt.“

Mitte Juni trifft sich die Jury erneut, am 30. Juni soll Preisverleihung sein, sagt Kristin Just. Sie ist gespannt auf die Ideen und auch gespannt auf den Ort, den sich die Existenzgründer auswählen. Bei Bedarf gibt es für die Bewerber eine Immobilienberatung, aber der Fokus liege heute nicht so sehr auf der Leerstandsproblematik wie noch 2013. Kristin Just betont: „Im Vergleich mit andern Städten dieser Größenordnung ist Schwerin gut aufgestellt. Es gibt keine wirklich abgehängten Straßen und für Leerstände schnell eine Nachnutzung.“

Auch der IHK-Geschäftsführer ist zufrieden mit Schwerin, den neuen Industrie-Ansiedlungen und dem Zuzug junger Familien. Den Gründerwettbewerb versteht er als weiteres Puzzleteil zum großen Ziel, Schwerin wieder über die 100 000-Einwohner-Hürde zu heben.

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