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Gelber Pferdetod : Pferdefreundin warnt: Giftpflanze auf Vormarsch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Helga Karp beobachtet mit Sorge die rasante Ausbreitung des Jacobskreuzkrauts

svz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Links und rechts neben dem Radweg an der B 106 bei Fahrbinde macht sich eine gelbe Blütenpracht breit. „Das ist Jacobskreuzkraut“, sagt Helga Karp aus Kraak und fügt besorgt hinzu. „Das ist giftig. Und besonders für Pferde, aber auch für Kühe, Schafe und Ziegen gefährlich.“ Die heute 65-Jährige hat viele Jahre in der Landwirtschaft gearbeitet. Den Familienbetrieb in Kraak führt heute ihr Sohn Christian. Helga Karp indes engagiert sich im Pferdesportbund Ludwigslust-Parchim, ist die Vorsitzende dieses Vereins. „Viele Pferdehalter wissen gar nicht, was da am Wegesrand und oft auch schon auf extensiv bewirtschafteten Weiden wächst.“ Denn die Pferde mögen frisches Jacobskreuzkraut. „Es stinkt ein bisschen“, erzählt Helga Karp. Das kommt von den Bitterstoffen des Korbblütlers. Doch wenn die Pflanze nach der Mahd trocknet und ins Heu kommt, verliert sich der Geruch. Die Pferde fressen das Jacobskreuzkraut mit. „Wenn es zu spät ist, lässt sich nicht nicht mehr feststellen, ob das Pferd an Leberversagen oder am Gift des Jacobskreuzkrauts gestorben ist.“

In der Fachliteratur für Landwirte wie Topagrar sind Angaben zu finden, dass 2,4 Kilogramm getrocknetes Jacobskreuzkraut ein 350 Kilogramm schweres Pferd töten können. Auch Kühe, Schafen und Ziegen können sich vergiften, sind aber widerstandsfähiger als Pferde. Helga Karp will über die Gefahren durch dieses Kraut aufklären. Denn es breitet sich rasant aus – gerade in der Region um Rastow mit den leichten Böden. „Erst vor zehn Jahren habe ich das erste Mal überhaupt davon gelesen“, berichtet die 65-Jährige. Inzwischen steht die Pflanze mit den krausen Bättern und rötlichen Stengeln, die erst im zweiten Jahr ihre gelben Korbblüten mit 13 Blütenblättern entfaltet, vor allem an Straßenrändern. „Da wird gar nicht oder zu spät gemäht“, beobachtet die Kraakerin voller Sorge. Der weit fliegende Samen verbreitet sich und findet auf extensiv genutzten, wenig gedüngten Weiden neuen Lebensraum. Bei Topagrar ist auch die Rede davon, dass lang anhaltende Trockenperioden die Ausbreitung begünstigen. „Jetzt hilft eigentlich nur noch, das Jacobskreuzkraut mit Wurzeln rauszureißen und zu entsorgen“, betont Helga Karp. Am Straßenrand liegen bleiben oder auf den Kompost dürfen die Pflanzen nicht. „Der Samen reift nach und treibt nächsten Jahr aus“, befürchtet die Pferdefreundin.

Auf dem Familiengehöft in Kraak macht Helga Karp das so. Deshalb ist dort das Jacobskreuzkraut auch nur selten zu finden.

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